„Das könnte 2015 große Weine geben…”

Herbstaussichten der badischen ECOVIN-Winzer 2015 – Ein außergewöhnlicher Sommer beschert den Biowinzern reife und gesunde Trauben

Freiburg. Der Sommer war außergewöhnlich, nicht nur für die ECOVIN-Winzer in Baden: heiß und trocken, zumindest ab dem Siebenschläfertermin 27. Juni. Paulin Köpfer, der Vorsitzende von ECOVIN Baden, ist kurz vor dem Beginn der Hauptlese am 14. September optimistisch, was den neuen Jahrgang betrifft. Die Trockenheit habe den Reben fast nirgendwo geschadet, Probleme mit Pilzkrankheiten oder der Kirschessigfliege gibt es ebenfalls nicht. Sein Fazit: Kein Jahrgang mit der großen Menge, dafür aber mit viel Potenzial für beste Qualität.

„Die Trauben hängen schön und sie sind gesund”, fasst Köpfer zusammen, was er auch von seinen Kollegen aus dem Markgräflerland, vom Kaiserstuhl und aus dem Breisgau erfahren hat. Nach der anhaltend guten Wetterlage sind die Reben dem durchschnittlichen Entwicklungsstand der vergangenen Jahre rund 14 Tage voraus. Doch je nach Standort, so berichtet Thomas Harteneck aus Schliengen, gebe es noch große Unterschiede hinsichtlich Ertrag und Reife. Ausschlaggebend dafür seien der Zustand der Anlagen und die Wasserversorgung.

Einen rund 25 Prozent geringeren Ertrag in diesem Jahr erwartet Rolf Mißbach in Ebringen: Die Trockenheit habe zu kleineren Beeren geführt. Das gilt generell für junge Anlagen und für Betriebe in Nordbaden. Wo nach langer Trockenheit Niederschläge auftraten, kam es stellenweise auch zum Aufplatzen der Beeren. Am Kaiserstuhl sorgte lokal begrenzter Hagel teilweise für geringere Erträge. Für ganz Baden gesehen aber, so Köpfer, halten sich die Beeinträchtigungen in sehr engen Grenzen.

Generell seien die Reifeunterschiede zwischen den einzelnen Rebsorten nach Köpfers Worten in diesem Jahr eher gering. Das bedeutet, dass mit Einsetzen der optimalen physiologischen Reife sehr zügig gelesen werden muss, weil viele Sorten fast gleichzeitig reif sein werden. Die ECOVIN-Mitglieder wollen das Aromapotenzial dieses besonderen Jahrgangs voll ausschöpfen und eine späte Lese vermeiden, damit die Alkoholwerte nicht wie 2003 über das normale Maß ansteigen.

Aus dem Breisgau berichtet Johannes Hügle von besten Aussichten für Rotweine: Die Durchfärbung sei bereits erreicht, die jetzt noch kommenden kühleren Tage können sich nur positiv auswirken. Fazit des Biowinzers und Weinbau-Beraters: „Das könnte in diesem Jahr ganz große Weine geben.” Diese Ansicht teilen auch seine Kollegen. Sie schwanken zwischen zurückhaltendem Optimismus (Mißbach: „Noch ist alles offen”) und Begeisterung (Thomas Harteneck: „Wir werden in diesem Jahr sowohl schlanke, fruchtige Weine als auch kräftige Weine mit großem Potenzial gewinnen können.”)

Im Moment haben die Biowinzer fast Wunschbedingungen, so Köpfer: „Kühl und sonnig und windig ist ideal, auch weitere Niederschläge sind kein Problem”. Schon jetzt seien die Trauben je nach Rebsorte außergewöhnlich reif. Den Lesebeginn für Müller-Thurgau und frühe Sorten erwartet er für den 7. September, den Beginn der Hauptlese für den 14. September. Dann sei das Geschick der Winzer gefragt, um das Möglichkeiten, die dieser außergewöhnliche Jahrgang biete, optimal auszureizen.

Badische Weinstrasse

Das anhaltend gute Herbstwetter lädt weiter zu Ausflügen ein. Zum Beispiel auch entlang der Badischen Weinstraße, die in diesem ihr ihr 60jähriges Bestehen feiert. Besonders viele Biowinzer findet man in dem langen Teilstück im Markgräflerland, aber auch am Kaiserstuhl und im Breisgau wird man fündig. Alle Mitgliedsbetriebe von ECOVIN Baden finden Sie hier.

Badische Bio-Reben trotz des Wetters in Bestform

Optimismus nach dem kühlen und nassen Frühjahr – ECOVIN-Winzer in Baden rechnen mit gutem Jahrgang – keine Nachteile durch Witterung

FREIBURG. Auch wenn die Meldungen über die Folgen des kühlen und nassen Frühjahrs beim Verbraucher für Pessimismus sorgen: Die Biowinzer von ECOVIN Baden rechnen nach dem aktuellen Stand – im Gegensatz zu vielen anderen Erzeugern – mit guten Ergebnissen im Herbst. Weder die niedrigen Temperaturen noch die hohen Niederschläge hätten das Wachstum der Reben beeinträchtigt, so ergab eine Umfrage.

„Die Rebblüte unserer wichtigsten Sorten verlief zügig und ohne nennenswerte Störungen”. Das berichtet Paulin Köpfer, der Vorsitzende von ECOVIN Baden und Betriebsleiter im Heitersheimer Weingut Zähringer. Während die Erzeuger von Spargel oder Erdbeeren in diesem Jahr unter dem ungewöhnlichen Witterungsverlauf zu leiden hatten – auch finanziell – sehen die Biowinzer dem Herbst optimistisch entgegen.

Eine ungestörte und rasche Blütezeit, wie sie im Markgräflerland ab Mitte Juni verzeichnet wurde, sorgt für eine gute Entwicklung der Reben. Wird diese Phase durch Kälte unterbrochen, kommt es zu Verrieselung und Ertragsminderungen. Aber selbst diese sind für die ECOVIN-Mitgliedsbetriebe keine große Gefahr: Aus Qualitätsgründen wird beim Zurückschneiden der Reben sowieso die Menge reduziert. Die frühen Sorten, also alle Burgundersorten, brachten die Blüte zügig mit nur leichten Verrieselungen hinter sich, berichtet Köpfer. Etwas später folgten Sorten wie zum Beispiel der Gutedel, auch hier sind die Voraussetzungen gut.

Die Rebblüte ist für die Winzer einer der markantesten Punkte in der Vegetationsentwicklung: Zum einen entscheidet sich hier schon, was bei Qualität und Menge bis zum Herbst noch möglich ist. Zum anderen legt die 100-Tage-Regel für den Abstand zwischen Rebblüte und Lesebeginn schon ziemlich genau fest, wann die Lese im Herbst voraussichtlich beginnen wird. Das wird 2013 zwar voraussichtlich relativ spät sein, nämlich erst Anfang Oktober. Für die Winzer ist diese Verspätung um etwa 10 Tage gegenüber dem Durchschnitt jedoch kein Nachteil.

Nach einem „holprigen” Frühjahr, so Köpfer, habe man nun im Markgräflerland schöne Reb-Anlagen, denen auch die vielen Niederschläge nicht geschadet haben.

Auch Hubert Lay aus Ihringen am Kaiserstuhl berichtet über eine verspätete, aber zügige Blüte. In den steileren Lagen des Kaiserstuhl seien mancherorts wegen des Regens Teile von Hängen abgerutscht oder Stützmauern eingebrochen – aber das ist für die Winzer mit Steillagen nicht ungewöhnlich. Und beim Weingut Abril in Bischoffingen rechnet man mit einer Verzögerung im Vegetationszustand von etwa zwei Wochen. Der Gesundheitszustand der Reben sei sehr gut, die Verrieselung wird dort durchaus positiv für die zu erwartende Qualität gewertet.

Für den Breisgau berichtet Johannes Hügle aus Teningen-Heimbach ebenfalls von Verzögerungen im Vegetationsverlauf, aber: „Die Reben reagieren sofort auf Wärme. Deswegen haben sie vieles schon fast wieder aufgeholt.” Hügle, der auch als Berater für den Ökologischer Weinbau in anderen Landesteilen unterwegs ist, hat dort weitgehend dieselbe Entwicklung beobachtet, das reicht bis über die Ortenau nach Nordbaden: Verzögerte Entwicklung, aber guter Blüteverlauf und kaum Beeinträchtigungen.

Klaus Vorgrimmler in Munzingen am Tuniberg ist als einer der wenigen Bio-Erzeuger sowohl von den Auswirkungen beim Spargelanbau wie im Weinbau betroffen. Beim Spargelanbau und bei der Vermarktung seines Bio-Spargels fehlten ihm 10 bis 15 Tage, die auch nicht durch eine „Verlängerung” der Spargelsaison hereinzuholen waren: „Statt Mitte April wurde es bei uns Anfang Mai, bis wir den ersten Spargel verkaufen konnten”, berichtet er. Dafür war am 8. Juni schon wieder Schluss.

Seine Bio-Reben dagegen sieht er im optimalen Zustand, um ein gutes Ergebnis im Herbst zu erreichen: „Bei den Burgundersorten war der Austrieb zwar spät, aber die Blüte verlief zügig und ungestört bei warmer Witterung”. Zu erwarten sei eine eher verlängerte Vegetationsphase, was im Bio-Anbau aber durchaus von Vorteil sei: So können mehr Inhaltsstoffe eingelagert werden. Und auch ein späterer Lesetermin als in den Vorjahren hat für den Biowinzer Vorteile, zum Beispiel weil die Traubenmoste im Keller dann nicht gekühlt werden müssen.

Freilich birgt das für den Verbraucher so unerfreuliche Frühjahrs- und Sommerwetter mit vielen kühlen und nassen Tagen auch für die Biowinzer einige Herausforderungen: Die Infektionsgefahr für Pilzkrankheiten steigt mit zunehmender Feuchtigkeit in den warmen Monaten. Aber damit haben die ECOVIN-Mitgliedsbetriebe, die keine chemisch-synthetischen Spritz- und Düngemittel verwenden dürfen, bereits viel Erfahrung. Und diese Gefahr lässt sich durch Mehrarbeit oder auch durch den Einsatz von pilzwiderstandsfähigen Rebsorten reduzieren.

Bildmaterial zum Download finden Sie hier: (komprimierte Datei, 6,7 MB)
https://www.ecovin-baden.de/pdf/130704_ecovin_pm_fotos.zip

Die Bilder stammen aus dem Weingut Kaufmann im Markgräflerland
Bioweingut Kaufmann

Freiburger Weinfest vom 4. bis 9. Juli 2013

Freiburger Weinfest

Die ECOVIN-Weine verschiedener badischer Mitgliedsbetriebe kann man auch beim Freiburger Weinfest wieder genießen. Vom 4. bis 9. Juli 2013 werden rund ums Freiburger Münster wieder Weine der Region ausgeschenkt. An zahlreichen Ständen präsentieren sich die Winzergenossenschaften und Weingüter aus der Region.

Von den ECOVIN-Mitgliedern sind vertreten:
Der badische Winzerkeller, die WG Jechtingen-Amoltern, die WG Wolfenweiler, das Weingut Sonnenbrunnen und das Weingut Zähringer. Die heimische Gastronomie sorgt dafür, dass man, passend zur Weinauswahl, die Badische Küche kennenlernen und genießen kann.

Das Weinfest ist geöffnet täglich von 17 bis 24 Uhr, am Samstag von 15 bis 24 Uhr und am Sonntag von 12 bis 24 Uhr. Die Weine der WG Wolfenweiler finden Sie an der Alten Wache, dem Haus der Badischen Weine.

Den Infoflyer zum Weinfest kann man hier herunterladen: http://www.freiburger-weinfest.de

Gallushof-Weine mit Menü

Weingut Gallushof

Am Samstag, den 13. Juli 2013 um 19.00 Uhr lädt das Restaurant Schlegelhof in Kirchzarten gemeinsam mit Weingütern aus dem Breisgau zu einem Weinabend ein. Angeboten wird ein 5-Gang Menü mit 13 begleitenden Weinen vom Gallushof und 12 (meist konventionell arbeitenden) Kollegen für 95€ inkl. Aperitif, Wasser und Kaffee .

Wenn das Wetter es zulässt, wird der Weinabend im Kastaniengarten stattfinden. Reservierungen direkt beim Schlegelhof

Wir freuen uns über ihre Reservierung, direkt im Schlegelhof (Tel. 07661/5051).

Aprilwetter

Aprilwetter im Breisgau

Das kühlere und wechselhafte Aprilwetter macht auch vor dem sonnenverwöhnten Kaiserstuhl nicht Halt. Dabei sorgte die anhaltend warme Witterung vor und nach Ostern mit bis zu 25 Grad bei den Reben schon für für den Austrieb. Doch seit Mitte April dämpfte die kühlere Witterung die Vegetation und vereinzelt gab es in der Nacht zum 17. April sogar Nachtfrost.

Breisgauer (Bio-)Weine in Emmendingen

13 Breisgauer Weingüter laden ein...

„13 Breisgauer Weingüter laden ein”, so lautet der Titel einer Weinmesse, die am 6. und 7. November bereits zum zweiten Mal unter anderem im alten Rathaus am Marktplatz in Emmendingen stattfinden wird. Mit dabei ist auch der ECOVN-Betrieb Gallushof aus Teningen-Heimbach. Insgesamt 13 Weingüter präsentieren sich dort von 15 bis 21 Uhr. Außerdem werden bereits am 4. und 5. November insgesamt vier Weinmenüs in verschiedenen Restaurants der Region angeboten.

Welches Weingut bei welchem Menue dabei ist und wo das Ganze stattfindet erfahren sie auf www.13breisgauer.de