Badische Bio-Reben trotz des Wetters in Bestform

Optimismus nach dem kühlen und nassen Frühjahr – ECOVIN-Winzer in Baden rechnen mit gutem Jahrgang – keine Nachteile durch Witterung

FREIBURG. Auch wenn die Meldungen über die Folgen des kühlen und nassen Frühjahrs beim Verbraucher für Pessimismus sorgen: Die Biowinzer von ECOVIN Baden rechnen nach dem aktuellen Stand – im Gegensatz zu vielen anderen Erzeugern – mit guten Ergebnissen im Herbst. Weder die niedrigen Temperaturen noch die hohen Niederschläge hätten das Wachstum der Reben beeinträchtigt, so ergab eine Umfrage.

„Die Rebblüte unserer wichtigsten Sorten verlief zügig und ohne nennenswerte Störungen”. Das berichtet Paulin Köpfer, der Vorsitzende von ECOVIN Baden und Betriebsleiter im Heitersheimer Weingut Zähringer. Während die Erzeuger von Spargel oder Erdbeeren in diesem Jahr unter dem ungewöhnlichen Witterungsverlauf zu leiden hatten – auch finanziell – sehen die Biowinzer dem Herbst optimistisch entgegen.

Eine ungestörte und rasche Blütezeit, wie sie im Markgräflerland ab Mitte Juni verzeichnet wurde, sorgt für eine gute Entwicklung der Reben. Wird diese Phase durch Kälte unterbrochen, kommt es zu Verrieselung und Ertragsminderungen. Aber selbst diese sind für die ECOVIN-Mitgliedsbetriebe keine große Gefahr: Aus Qualitätsgründen wird beim Zurückschneiden der Reben sowieso die Menge reduziert. Die frühen Sorten, also alle Burgundersorten, brachten die Blüte zügig mit nur leichten Verrieselungen hinter sich, berichtet Köpfer. Etwas später folgten Sorten wie zum Beispiel der Gutedel, auch hier sind die Voraussetzungen gut.

Die Rebblüte ist für die Winzer einer der markantesten Punkte in der Vegetationsentwicklung: Zum einen entscheidet sich hier schon, was bei Qualität und Menge bis zum Herbst noch möglich ist. Zum anderen legt die 100-Tage-Regel für den Abstand zwischen Rebblüte und Lesebeginn schon ziemlich genau fest, wann die Lese im Herbst voraussichtlich beginnen wird. Das wird 2013 zwar voraussichtlich relativ spät sein, nämlich erst Anfang Oktober. Für die Winzer ist diese Verspätung um etwa 10 Tage gegenüber dem Durchschnitt jedoch kein Nachteil.

Nach einem „holprigen” Frühjahr, so Köpfer, habe man nun im Markgräflerland schöne Reb-Anlagen, denen auch die vielen Niederschläge nicht geschadet haben.

Auch Hubert Lay aus Ihringen am Kaiserstuhl berichtet über eine verspätete, aber zügige Blüte. In den steileren Lagen des Kaiserstuhl seien mancherorts wegen des Regens Teile von Hängen abgerutscht oder Stützmauern eingebrochen – aber das ist für die Winzer mit Steillagen nicht ungewöhnlich. Und beim Weingut Abril in Bischoffingen rechnet man mit einer Verzögerung im Vegetationszustand von etwa zwei Wochen. Der Gesundheitszustand der Reben sei sehr gut, die Verrieselung wird dort durchaus positiv für die zu erwartende Qualität gewertet.

Für den Breisgau berichtet Johannes Hügle aus Teningen-Heimbach ebenfalls von Verzögerungen im Vegetationsverlauf, aber: „Die Reben reagieren sofort auf Wärme. Deswegen haben sie vieles schon fast wieder aufgeholt.” Hügle, der auch als Berater für den Ökologischer Weinbau in anderen Landesteilen unterwegs ist, hat dort weitgehend dieselbe Entwicklung beobachtet, das reicht bis über die Ortenau nach Nordbaden: Verzögerte Entwicklung, aber guter Blüteverlauf und kaum Beeinträchtigungen.

Klaus Vorgrimmler in Munzingen am Tuniberg ist als einer der wenigen Bio-Erzeuger sowohl von den Auswirkungen beim Spargelanbau wie im Weinbau betroffen. Beim Spargelanbau und bei der Vermarktung seines Bio-Spargels fehlten ihm 10 bis 15 Tage, die auch nicht durch eine „Verlängerung” der Spargelsaison hereinzuholen waren: „Statt Mitte April wurde es bei uns Anfang Mai, bis wir den ersten Spargel verkaufen konnten”, berichtet er. Dafür war am 8. Juni schon wieder Schluss.

Seine Bio-Reben dagegen sieht er im optimalen Zustand, um ein gutes Ergebnis im Herbst zu erreichen: „Bei den Burgundersorten war der Austrieb zwar spät, aber die Blüte verlief zügig und ungestört bei warmer Witterung”. Zu erwarten sei eine eher verlängerte Vegetationsphase, was im Bio-Anbau aber durchaus von Vorteil sei: So können mehr Inhaltsstoffe eingelagert werden. Und auch ein späterer Lesetermin als in den Vorjahren hat für den Biowinzer Vorteile, zum Beispiel weil die Traubenmoste im Keller dann nicht gekühlt werden müssen.

Freilich birgt das für den Verbraucher so unerfreuliche Frühjahrs- und Sommerwetter mit vielen kühlen und nassen Tagen auch für die Biowinzer einige Herausforderungen: Die Infektionsgefahr für Pilzkrankheiten steigt mit zunehmender Feuchtigkeit in den warmen Monaten. Aber damit haben die ECOVIN-Mitgliedsbetriebe, die keine chemisch-synthetischen Spritz- und Düngemittel verwenden dürfen, bereits viel Erfahrung. Und diese Gefahr lässt sich durch Mehrarbeit oder auch durch den Einsatz von pilzwiderstandsfähigen Rebsorten reduzieren.

Bildmaterial zum Download finden Sie hier: (komprimierte Datei, 6,7 MB)
https://www.ecovin-baden.de/pdf/130704_ecovin_pm_fotos.zip

Die Bilder stammen aus dem Weingut Kaufmann im Markgräflerland
Bioweingut Kaufmann

Freiburger Weinfest vom 4. bis 9. Juli 2013

Freiburger Weinfest

Die ECOVIN-Weine verschiedener badischer Mitgliedsbetriebe kann man auch beim Freiburger Weinfest wieder genießen. Vom 4. bis 9. Juli 2013 werden rund ums Freiburger Münster wieder Weine der Region ausgeschenkt. An zahlreichen Ständen präsentieren sich die Winzergenossenschaften und Weingüter aus der Region.

Von den ECOVIN-Mitgliedern sind vertreten:
Der badische Winzerkeller, die WG Jechtingen-Amoltern, die WG Wolfenweiler, das Weingut Sonnenbrunnen und das Weingut Zähringer. Die heimische Gastronomie sorgt dafür, dass man, passend zur Weinauswahl, die Badische Küche kennenlernen und genießen kann.

Das Weinfest ist geöffnet täglich von 17 bis 24 Uhr, am Samstag von 15 bis 24 Uhr und am Sonntag von 12 bis 24 Uhr. Die Weine der WG Wolfenweiler finden Sie an der Alten Wache, dem Haus der Badischen Weine.

Den Infoflyer zum Weinfest kann man hier herunterladen: http://www.freiburger-weinfest.de

Die größeren Weinfeste: Markgräflerland, Breisgau, Kaiserstuhl

Blick auf den Kaiserstuhl

Abgesehen von den kleineren, örtlich ausgerichteten Weinfesten gibt es auch regionale Weinfeste, sogenannte Bereich-Weinfeste. Hier sind jeweils mehrere Winzer aus verschiedenen Orten einer Region vertreten, in der Regel sind auch Bio-Betriebe dabei. Für Baden finden die drei größten dieser Weinfeste im August statt:

Den Auftakt macht das Markgräfler Weinfest, das vom 5. bis 8. August in Staufen stattfindet. Das Markgräfler Weinfest wird seit 1954 veranstaltet. Zuerst in wechselnden Orten, seit 1973 auf dem Alfred-Schladerer-Platz in Staufen. Im Sortenspiegel der angebotenen Weine dominiert natürlich der Gutedel (über 50 angestellte Weine). Aber es wird auch die Bandbreite der Rotweine des Markgräflerlandes aufgezeigt. Von Freitag bis Montag können mehr als 300 verschiedene Weine, über 50 Winzersekte und Perlweine sowie Edelbrände probiert werden, die von 26 Winzergenossenschafen und Weingütern der südlichsten Sonnenterrasse Deutschlands präsentiert werden.

Der nächste im Reigen ist das 40. Breisgauer Weinfest, das vom 19. bis 22. August in Emmendingen stattfindet. Anfang der 70er Jahre haben sich die Winzergenossenschaften im Breisgau in der Breisgauer Wein GmbH zusammengeschlossen. Seit längerem findet das Breisgauer Bereichsweinfest in der Großen Kreisstadt Emmendingen statt, immer am 2. Augustwochenende. Auftakt ist die Krönung der Breisgauer Weinprinzessin. „Die Breisgauer“ werden getragen von dem Badischen Winzerkeller in Breisach, 17 Winzergenossenschaften und 11 Weingütern.

Das Weinfest Kaiserstuhl und Tuniberg findet in Breisach statt, in diesem Jahr vom 26. bis 29. August. Das Weinfest der Anbaubereiche Kaiserstuhl und Tuniberg in Breisach gilt mit rund hunderttausend Besuchern als das größte seiner Art in Baden. Es findet nicht in der Altstadt statt, sondern auf dem Festplatz am Rhein. Angeboten werden mehr als 300 Weine, Sekte und Perlweine von den regionalen Winzergenossenschaften.

Der Badische Winzerkeller Breisach lädt außerdem zu Kellerführungen und Weinproben ein. Sonderbusse werden darüber hinaus die Besucher aus der Regio zum Fest und nach Hause bringen. Eröffnung und Krönung der neu gewählten Bereichsweinprinzessin für Kaiserstuhl und Tuniberg ist am Freitag um 18 Uhr. Ein weiterer Höhepunkt ist das große Feuerwerk über dem Rhein am Freitag um 22 Uhr.