50 Biowinzerinnen und Winzer, Berater und Fachleute des biologischen und Biodynamischen Weinbaues trafen sich zur Fachtagung im Bildungshaus Kloster St. Ulrich. Nicht nur die Vertiefung von Fachfragen sondern vor allem ganz neue Aspekte und aktuelle Fragen standen im Vordergrund des diesjährigen Seminares.
Darunter fiel unter anderem die Entdeckung von Resistenzfaktoren in der Europäischen Wildrebe und die Erschließung dieser Faktoren durch moderne Züchtungsmethoden. Die Herstellung von Homöopathischen Präparaten und deren Einsatz im Bioweinbau ist gleichfalls großes Neuland, weil die Anwendung der Homöopathie im Pflanzenbau überhaupt erst in Anfängen praktiziert und genutzt wird. Die Berichte über erste aktuelle Erfahrungen im Weinbau wurden mit Spannung verfolgt.
Im Bereich der Weinbereitung stand die derzeit in den Focus rückende Erzeugung von Schwefelfreien Weinen, Orange- und Natural-Wines einschließlich einem Beitrag über die traditionelle Vinifizierung in Tonamphoren (Quevris) in Georgien.
Fachseminar Bioweinbau und Qualität
Das Fachseminar Bioweinbau und Qualität in St.Ulrich stößt in jedem Jahr auf so großes Interesse, dass es früh ausgebaucht ist. Auch die Veranstaltung in diesem Jahr vom 6. – 8. März 2017 wird wieder zahlreiche Besucher aus dem Bundesgebiet, der Schweiz, Österreich und Italien anziehen.
Die Weinbaufachleute informieren sich über biodynamische Verfahren im Bioweinbau, zahlreiche Experten geben hier Ihr Wissen weiter. Für den Praxisbezug sorgt stets die integrierte Fachexkursion, bei der die angesprochenen Themen besichtigt und diskutiert werden können.
ECOVIN-Winzer zufrieden mit der BioFach-Messe
Auf der Fachmesse Biofach in Nürnberg präsentierte sich auch ECOVIN und der Regionalverband Baden. Mehr als 50.000 Menschen besuchten laut der ECOVIN-Pressemitteilung aus Oppenheim in diesem Jahr die Messen Biofach und Vivaness (eine Messe für Naturkosmetik, welche parallel stattfand).
ECOVIN war mit 12 Weingütern und Weinen von mehr als 300 Winzern vertreten. Bei der Veranstaltung „Demeter im Dialog“ wurde der biodynamische Weinbau näher beleuchtet. Nina Weis vom Demeter e.V. war hier im Gespräch mit Hartmut Heinz (Weingut im Zwölberich) und Paulin Köpfer, dem Vorsitzenden von ECOVIN Baden und Betriebsleiter im Heitersheimer ECOVIN-Weingut Zähringer.
Auch das Thema Pflanzenschutz, das auf dieser Website ebenfalls schon beleuchtet wurde, war Thema einer eigenen Veranstaltung. Die Fachwelt informierte sich in einer Diskussionsrunde mit Beteiligung von Peter Riegel (Riegel Bioweine), Georg Forster (ECOVIN Weingut Georg Forster), Dr. Uwe Hofmann (Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten), Dietmar Johnen (Bündnis90/Die Grünen) und Ralph Dejas (ECOVIN) über die Problematik von zugelassenen Kupfermengen uund dem lange Zeit von Biowinzern verwendeten Spritzmittel Kaliumphosphonat.
Andere Länder wie Frankreich oder Italien dürfen die maximale Kupfermenge ausnutzen. Ihnen steht ein sogenanntes Kupferkonto zu Verfügung. „Sollte es auf europäischer Ebene vorerst keine Zulassung von KP geben, muss eine Pflanzenschutzstrategie nach französischem Vorbild auch in Deutschland eingeführt werden. Alles andere schafft nur Missmut in der Branche“ kommentiert Ralph Dejas die Situation.
ECOVIN auf der BIOFACH 2017
Mit 12 Weingüter ist ECOVIN auf der diesjährigen Fachmesse BioFach vom 15. bis 18. Februar 2017 in Nürnberg vertreten. In der Halle 7 Stand 841 präsentiert sich als einziger Betrieb aus Baden das Weingut Zähringer. Die Messe ist nur dem Fachpublikum zugänglich.
Mit neuem Konzept auf Interessenten zugehen
ECOVIN-Baden mit den Veranstaltungen 2017 auf neuen Wegen
Im ECOVIN-Regionalverband Baden will man auch 2017 den Weg fortsetzen, den die nächste Generation junger Winzer schon 2016 eingeschlagen hat. Der direkte Zugang zum Thema Biowein soll Verbraucher auf genussvolle Weise an das Thema heranführen und schließlich auch bei einem jüngeren Publikum mehr Interesse wecken. Ergänzend runden Messeteilnahmen das Präsentationsprogramm der Biowinzer ab.
Sie finden die detaillierte Liste der Termine 2017 hier: https://www.ecovin-baden.de/jahresuebersicht/
Schon bei der traditionellen Präsentation 2016 im Historischen Kaufhaus hatte sich die Handschrift der nächsten Generation durchgesetzt. Mit abschließenden Treff im Innenhof mit Musik und Leckereien wollten jungen Winzer 2016 eine Ergänzung schaffen zur Tischpräsentation der Bioweine.
Jetzt soll bei der Vorstellung der Besten Bioweine Baden-Württemberg am 20. Mai 2017 eine ECOVIN Sieger-Weinparty den passenden Rahmen für Genuss und Unterhaltung bieten. Im Restaurant „Feinhaid” im Solar Campus Freiburg (Munzinger Str. 10) werden die Siegerweine und weitere ausgewählte Bioweine vorgestellt werden. Für den Eintritt von 20 € können Besucher insgesamt 50 Bio-Weine ab 20 Uhr in lockerer Atmosphäre mit Musik von DJ Titus genießen. Auf Wunsch gibts dazu leckere Kleinigkeiten.
Der Vorsitzende von ECOVIN Baden, Paulin Köpfer, freut sich, dass man trotz der Neuerungen dem Konzept treu geblieben ist: „Der Genuss steht im Vordergrund. Wir präsentieren uns recht zentral in der Breisgau-Metropole und sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln umweltfreundlich erreichbar.” Für ihn hat das einen umso höheren Stellenwert, als die Vorstellung der Besten Bioweine Baden-Württemberg in diesem Jahr auch für 25 Jahre ECOVIN-Präsentation in Freiburg steht.
Festgehalten hat man im Jahresprogramm 2017 auch an dem bewährten Mix aus überregionalen Fach- und regionalen Publikumsveranstaltungen.
Die Termine 2017 im Überblick:
Im Mittelpunkt steht die ECOVIN Sieger-Weinparty am 20. Mai 2017 im Restaurant Feinhaid mit der Vorstellung der Besten Bioweine Baden-Württemberg 2017. Sie werden landes- und verbandsübergreifend prämiert und bieten die einmalige Chance, die besten Bioweine von Ecovin und Demeter, Bioland und Naturland aus Baden und Württemberg zu verkosten. Auf http://www.biobest-suedwest.de finden sich ab dem 20. Mai alle Siegerweine und weiterführende Informationen.
Auf gute Resonanz stoßen badische Biowinzer stets bei regionalen Veranstaltungen in Baden. Sie präsentieren sich in diesem Jahr beim Müllheimer Weinmarkt (28. April), der Badischen Weinmesse in Offenburg (6. und 7. Mai) und der Plaza Culinaria (10. bis 12. November in Freiburg).
Auch der große Auftritt vor internationalem Fach-Publikum ist unabdingbar: ECOVIN-Winzer präsentieren sich der Fachwelt auf der BioFach in Nürnberg vom 15. bis 18. Februar und auf der ProWein in Düsseldorf (19. bis 21. März)
Eine große Anhängerschaft verzeichnen die Fortbildungen für Winzer-Kollegen, ob sie nun bereits zertifiziert biologisch arbeiten oder sich nur für die Methodik und Ergebnisse interessieren. Nach dem jährlichen Einführungskurs für den ökologischen Weinbau (9. – 15. Januar 2017) folgt das ebenfalls jährliche Fachseminar Bioweinbau und Qualität (6. bis 8. März) im Bildungshaus Kloster St. Ulrich. Beide Veranstaltungen behandeln auch Themen des biodynamischen Anbaus. Das ECOVIN Weinbaufachtreffen ist dagegen ein Angebot ausschließlich für Mitglieder.
Sie finden die detaillierte Liste der Termine 2017 hier: https://www.ecovin-baden.de/jahresuebersicht/
Weinwissen: Zucker
Wieviel Zucker ist in Sekt brut oder extra trocken? Das ist eine der Standardfragen für Verbraucher, die vor den Sektflaschen stehen und die Auswahl begutachten. Ist extra trocken nun trockener als brut?
Nachschalgen kann man ja meist im Weingut oder Supermarkt nicht. Aber anhand der Daten auf bestebioweine.de kann man sich ja ein paar Schwellen einprägen: Bei uns werden je nach Süße sieben verschiedene Geschmacksrichtungen man beim Sekt unterschieden, das reicht von brut nature bis mild (die meisten verwenden die französische Bezeichnung doux).
Hier gehts zur Tabelle: Wieviel Zucker ist in Sekt brut oder extra trocken?
Badischer Ökoweinbau im Fokus
Kilian Schneider, Präsident des Badischen Weinbauverbands, zog in dieser Woche Bilanz über den Weinbau 2016: Der Weinbau gehörte 2016 zu den Gewinnern, berichtete er in Freiburg. Allerdings ging der Weinbaupräsident auch auf die Sorgen der Biowinzer ein. Der ökologische Weinbau habe „ein äußerst bescheidenes Jahr erwischt“.
Die Ernte sei hier um 30 Prozent schlechter ausgefallen als im Vorjahr, bei einigen Betrieben habe es sogar einen Totalausfall gegeben. Schneider führte auch die Ursachen dafür auf: Biowinzer dürfen zur Bekämpfung des Falschen Mehltaus nur noch Kupfer einsetzen. Gerade diese Pilzkrankheit hatte im vergangenen große Probleme bereitet.
Das EU-Verbot eines phosphathaltigen Mittels, das speziell für den Ökoweinbau und die Bekämpfung des Falschen Mehltaus entwickelt worden war, machte den Biowinzern schwer zu schaffen. Zumal auch der Einsatz von Kupfer begrenzt ist.
Schneider ging auch auf Überlegungen in Brüssel ein, auch Kupfer zu verbieten. Der Einsatz des Weinbauverbands, der Ökoweinbauverbände und der Landesregierung sei bislang erfolglos geblieben. Alle Beteiligten hoffen jetzt, am Dienstag, 31. Januar, die EU-Kommission mit einem neuen Gutachten zu überzeugen.
Unterstützung zeichnet sich auch bei der Landesregierung ab. Das baden-württembergische Landwirtschaftsministerium wird in der regionalen Presse so zitiert, dass es Ziel sei, die wachsenden Bio-Märkte verstärkt aus Baden-Württemberg zu bedienen.
Landwirtschaft der Zukunft – Kongress im ECOVIN-Weingut Linder
Von der Kirschessigfliege bis zum Schaf – Tiere in der Landwirtschaft
Am Samstag, 21. Januar findet ab 9 Uhr im Winzerhof Linder in Endingen der 2. Kongress Landwirtschaft in der Zukunft” statt.
Anmeldung erforderlich. 07642 5525 oder ronald@winzerhof-linder.de
Tagesbeitrag mit vegetarischem Essen – 30€
Programm:
ab 9.00 Uhr Zusammenkommen
9.30 Uhr „Zum Verhältnis von Mensch und Tier in der Landwirtschaft.“ Ronald Linder, Winzer
11.00 Uhr „Wesensgemässe Hühnerhaltung in Weinberg und Obstbau“, Harald Wedig, Permakultur-Designer
13.00 Uhr Mittagspause mit Essen
14.00 Uhr „Summ Summ BUMM! – Die Bedrohung der Biene durch die industrialisierte Landwirtschaft.“, Konrad Czapiewski, Berufsimker
15.30 Uhr „Raus aus der Monokultur rein in die Permakultur – Schafe im Weinberg!“, Ronald Linder, Winzer
17.00 Uhr „Was kreucht und fleucht im Weinberg: Wilde Tiere im Weinberg und ihre Bedeutung für die Bewirtschaftung“, Matthias Hollerbach, Regionalmanager PLENUM
18.00 Uhr Abschlussrunde
Die sehr gute Resonanz des letzten Jahres hat den Biowinzer Ronald Linder ermuntert mit seinem Kongress in die zweite Runde zu gehen. Linder selbst eröffnet den Kongress am 21. Januar um 9.30 Uhr mit seinem Vortrag: „Zum Verhältnis von Mensch und Tier in der Landwirtschaft.“ Darin betrachtet er die Beziehung zum Tier wesenhaft, zeigt auf, dass sich der Mensch im Gegensatz zum Tier von der Welt emanzipiert hat, was ihn zum vollumfänglich verantwortlich Handelnden macht.
Der Kongress endet mit einer Abschlussdiskussion um 18 Uhr.
Die Teilnahmegebühr inklusive vegetarischem Mittagessen beläuft sich auf 30€. Neben den Referentenhonoraren setzt Linder das Geld im Sinne des Kongresses für die Öffentlichkeitsarbeit ein. Damit handelt es sich um eine Non-Profit Veranstaltung, was dem Veranstalter sehr am Herzen liegt.
ECOVIN-Einführungskurs in den biologischen Weinbau
Derzeit (vom 9. bis 13. Januar 2017) findet mit über 20 Teilnehmern der ECOVIN-Einführungskurs Ökologischer Weinbau in St.Ulrich statt. Die Veranstaltung erfolgt in Kooperation mit dem Beratungsdienst ökologischer Weinbau und dem Bildungshaus St. Ulrich.
Schwerpunkte sind die Themen Bodenpflege, Begrünung, Düngung, Pflanzengesundheit, Pflanzenschutz und die Umstellungsplanung. Aufgrund der großen Nachfrage wurde dieses Seminar um die Thematik „biodynamischer Weinbau“ erweitert. Hierbei wird es um die grundlegenden Kenntnisse der biodynamischen Wirtschaftsweise und um die Anwendung von biodynamischen Präparaten und Tees gehen.
Der Leiter der Bildungseinrichtung, Bernhard Nägele, begleitet seit 25 Jahren in Folge dieses Seminar. Die Fortbildung wird bereits seit 1989 regelmässig im Januar in den alten Klostereinrichtungen in St. Ulrich von ECOVIN angeboten.
Einführungskurs biologischer Weinbau vom 9. bis 13. Januar 2017
Vom 9. bis 13. Januar 2017 veranstaltet ECOVIN in Zusammenarbeit mit dem Beratungsdienst für ökologischen Weinbau und dem Bildungshaus Kloster St. Ulrich, Landvolkshochschule einen Einführungskurs biologischer Weinbau.
Schwerpunkte sind die Themen Bodenpflege, Begrünung, Düngung, Pflanzengesundheit, Pflanzenschutz und die Umstellungsplanung. Aufgrund der großen Nachfrage wurde dieses Seminar um die Thematik „biodynamischer Weinbau“ erweitert. Hierbei wird es um die grundlegenden Kenntnisse der biodynamischen Wirtschaftsweise und um die Anwendung von biodynamischen Präparaten und Tees gehen.
Das detaillierte Programm für die Kurswoche sowie Informationen zur Anreise, Anmeldedaten und Preis können Sie hier als PDF herunterladen.
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ECOVIN Baden ist der südlichste Regionalverband von Ecovin, dem Bundesverband Ökologischer Weinbau. Unter seinem Dach arbeiten rund 100 Mitgliedsbetriebe nach den Richtlinien des ökologischen Weinbaus.