Nachruf: Matthias Wolff †

Matthias Wolff

Matthias Wolff †

ECOVIN war gerade erst 3 Jahre alt, da sind wir uns 1988 zum ersten Mal begegnet (auf dem Müllheimer Weinmarkt) und haben bei diesem ersten Kennenlernen sofort zusammengefunden: er mit solider Grundausbildung und einigen Jahren Bioweinbaupionierarbeiten in seinen Weinbergen – wir auf der Suche nach einer kompetenten Fachperson für die Beratung im biologischen Weinbau.

Es hat weitere 3 Jahre, und einige Beraterseminare „Bioweinbau“ benötigt, bis die Strukturen soweit waren, dass er ab 1991 als Berater für Biologischen Weinbau in der neu gegründeten Abteilung Weinbau beim Beratungsdienst Ökologischer Landbau Baden Württemberg tätig werden konnte. Breit aufgestellt mit Beratungskompetenz, praktischem Wissen aus Wein-, Obst- und Gartenbau einerseits, Visionen, Einsatzbereitschaft und großer Kreativität andererseits hat er unmittelbar eine neue Beratungsära eingeläutet: legendär die Einführung der Gruppenbetreuung (heute heisst das „Field School“), sein flotter & lebendiger Stil seiner Rundbriefe. Winterseminarreihen mit den führenden Persönlichkeiten der Biolandwirtschaft wie von Wistinghausen, Klett oder Schaumann.

Auch die Weiterentwicklung der jährlichen Einführungskurse zum ökologischen Weinbau hat er geprägt. Die Fachseminare in Kooperation mit dem Bildungshaus St. Ulrich hat er zu regelrechten Kultveranstaltungen mitentwickelt: Seminare, die seit vielen Jahren bereits vor Veröffentlichung eines Programmes ausgebucht sind. Daneben hat er Fachexkursionen mit unterschiedlichen Schwerpunkten in fast alle Europäischen Weinbauländer organisiert. Bei unzähligen Vorträgen zu allen Themen und Fragen des Bioweinbaues stand er am Pult.

Entscheidend wirksam waren insbesondere seine vielen ganz präzisen praktischen Hinweise und Empfehlungen. Heute fast selbstverständliche Verfahren hat er maßgeblich entwickelt, die „Wolff-Mischung“ ist ein Beispiel dafür.

Seine Beratungskompetenz beschränkte sich nicht nur auf Baden-Württemberg, er betreute Weingüter und Projekte in ganz Deutschland, in Italien, im Elsass, der Schweiz und in Österreich. Nicht nur für ECOVIN, auch für viele andere Organisationen, Branchenverbände, die Verwaltung und Behörden war er wichtiger Ansprechpartner zu den Fragen und Herausforderungen des biologischen Wirtschaftens im Weinbau.

Von 1991 bis 2002 hatten Matthias Wolff und der Beratungsdienst ihren Sitz „auf der Hochburg“ bei Emmendingen, dem dortigen Amt für Landwirtschaft. Den Beraterkolleginnen und Kollegen, die nach ihm vom Beratungsring eingestellt wurden war er Lehrmeister und Vorbild. Mit dem Wechsel des Beratungsdienstes ökologischer Weinbau an das Staatliche Weinbauinstitut in Freiburg im Jahr 2003 war seine Tätigkeit noch enger mit der Forschung, der Züchtung und dem Versuchswesen verbunden.

Über viele Jahre war er der Bioweinbauberater überhaupt. Vielen Winzerfamilien, Weingütern, großen und kleinen Weinbaubetrieben war er der Begleiter in die Umstellung und während der Umstellung auf biologische Wirtschaftsweise. Für unzählige Winzerinnen und Winzer war er die Vertrauensperson auf ihrem Weg in den biologischen und biodynamischen Weinbau.

Als Mitglied einer kleinen pressure group zur Unterstützung und Verbreitung von widerstandsfähigen Rebsorten, der „Hybridenmafia“, war er nicht nur Mitbegründer von PIWI International sondern auch 12 Jahre lang Präsident dieser immer wichtiger werdenden Organisation, die gerade vor wenigen Wochen das 20 jährige Jubiläum gefeiert hat.

Wir haben ihn, seit er auf Grund seines Unfalls und Krankheit nicht mehr in der Lage war seiner Tätigkeit nachzugehen, vermisst. Seine Kompetenzen, seine Erfahrung und sein riesiges Netzwerk. Wir haben mit großem Bedauern die Entwicklung seiner Krankheit verfolgt. Am 23. August ist Matthias Wolff unerwartet gestorben.

Der Beratungsdienst ökologischer Weinbau verliert mit ihm den Berater, der den Beratungsdienst maßgeblich aufgebaut und entwickelt hat und dessen fachliche Kompetenz er dargestellt hat.

ECOVIN verliert Matthias Wolff als knapp 30 Jahre langen Begleiter, fachlichen Mahner und Visionär.

PIWI International verliert ihn als Gründungsmitglied und langjährigen Vorstand.

Heitersheim, im September 2019

Paulin Köpfer
ECOVIN BADEN

Weinbergführung und Oechsletour am 14.9.2019 im Weingut Kaufmann

Am Samstag den 14. September findet im Weingut Kaufmann in Efringen-Kirchen eine Weinbergsführung statt. Treffpunkt ist um 10.45 Uhr im Weingut. Von dort aus startet die Wanderung in den Efringer Ölberg. Besucher, die mit dem Zug anreisen, können gegen 11 Uhr am Bahnhof abgeholt werden.

An verschiedenen Stationen im Weinberg werden Rebsorten erläutert und die Besonderheiten des biologischem Weinbaus. Neben anderen Themen geht es auch um den Reifezustand der Trauben und es werden die Oechsle gemessen. An jeder Station bgibt es die jeweils angebaute Rebsorte zu verkosten.

Im Anschluss an die Wanderung gibt es im Weingut einen kleinen Imbiss. Die Veranstaltung dauert ca. fünf Stunden.
Unkostenbeitrag € 20 €. Bei Regen findet statt dessen ein Betriebsrundgang mit Weinprobe statt.

Anmeldung bis zum 11.09.19 telefonisch unter 07628/2256 oder per E-Mail: weingut.Kaufmann@web.de

EcoWinner aus Baden

190905_ecowinner19Zum 23. Mal fand am 28. August in Oppenheim die Prämierung der EcoWinner statt, der seit 3 Jahren für alle Bioweingüter ist. 114 Bioweingüter aus fast allen Anbaugebieten nahmen teil, darunter auch Betriebe von ECOVIN Baden. Ausgezeichnet wurden hier auch die Bioweine der badischen ECOVIN-Weingüter Abril (Bischoffingen), Mißbach (Ebringen), Schaffner (Bötzingen), Ruesch (Buggingen) und Schmidt (Eichstetten). Aller Ergebnisse finden sich hier.

Peer F. Holm, der EcoWinner-Verkostungsleiter, zeigte sich nach Darstellung des ECOVIN Bundesverbands, äußerst zufrieden über die hohe Qualität der angestellten Weine. Alle Weine wurden verdeckt probiert in 13 Kategorien. Neu

waren in diesem Jahr „Experimentelle Weine“. „Wir beobachten einen Trend in Richtung Natur- und Orangeweine. Dies sind z.B. auf der Maische vergorene Weißweine oder Weine ohne Schwefelzusatz. Solche Weine entwickeln eine erstaunliche Vielfalt an Geschmackseindrücken. Immer mehr Biowinzer vinifizieren einige ihrer Weine in diese Richtung.“ so Andreas Hattemer, ECOVIN Vorsitzender.

Probiert wird nach dem 100 Punkte Schema. Siegerweine müssen mindestens 85 Punkte erzielen und nur die obersten 20% einer jeweiligen Kategorie werden ausgezeichnet. Damit ist der EcoWinner eine der strengsten Proben. Ausgezeichnet werden die Siegerweine als „EcoWinner 2019“ mit einem extra dafür gestalteten Flaschenaufkleber.

Hoffest im Weingut Sonnenschein am 8.9.2019

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Am 8. September 2019 findet von 11 bis 20 Jahr das Hoffest im Weingut Sonnenschein in Fischingen statt. Gefeiert werden außerdem 30 Jahre biologisch-dynamischer Weinbau und 20 Jahre Weingut Bürgin.

Neuer Wein und Federweißer

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Auch 2019 startet vor dem offiziellen Beginn der Haupt-Weinlese die Ernte der frühen Rebsorten für Federweißen und neuen Wein in Baden. Während die Hauptlese für Anfang September erwartet wird, haben einige Betriebe bereits mit der Lese von Sorten wie Solaris begonnen. Austrieb, Blüte und Reifung erfolgen bei dieser Sorte sehr früh. Die Ansprüche dieser Reben sind verhältnismäßig gering, und so kann bereits Ende August / Anfang September ein vergleichsweise hohes Mostgewicht erreicht werden.

In der Mitgliederliste von ECOVIN Baden können Interessenten für neuen Biowein leicht den nächst gelegenen Betrieb ausfindig machen und sich dort nach dem neuen Wein erkundigen.

Hagel im Markgräflerland

Das Markgräflerland wurde auch in diesem Jahr von heftigen Gewittern heimgesuscht, die am vergangenen Sonntag auch von Hagel begleitet wurden. Viele Winzer entdeckten am Montag die Folgen – und die Schäden. Die Größe der Hagelkörner betrug teilweise mehr als fünf Zentimetern. Sie zerschlugen in wenigen Minuten einen Teil der Ernte, auf die Winzer für September gehofft hatten.

Betroffen war vor allem das Gebiet zwischen Müllheim und Staufen. Auch an Gebäuden und Autos wurden Schäden verzeichnet.

Entwicklungsstand der Reben

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Die Reben der ECOVIN-Erzeuger erfreuen sich dank der jüngsten Regenfälle guter Gesundheit. Trockenschäden sind wenige oder gar nicht vorhanden. Bleibt zu hoffen, dass die Winzer von Unwettern verschont bleiben und im September eine gute Ernte einfahren können.

Tüllinger Weinmarkt am 8. September

Beim Tüllinger Weinmarkt am 8. September werden auch wieder einige ECOVIN-Erzeuger aus dem Markgräflerland dabei sein, wie das Bioweingut Kaufmann. Den Weinmarkt im Lörracher Ortsteil Tüllingen gibt es schon seit mehr als zwei Jahrzehnten. Von 11 bis 19 Uhr werden nicht nur Markgräfler Weine, sondern auch kleine Gerichte angeboten.

Hitzewelle 2019 – weitgehend zum Vorteil der badischen Bioreben!

Die vergangene Hitzewelle war generell sehr positiv für die Entwicklung der Trauben in den Bioweinbergen der ECOVIN-Mitgliedsbetriebe. Das berichtet jetzt Paulin Köpfer, der Vorsitzende von ECOVIN Baden.

Auf Teilflächen habe es dennoch teils große Probleme gegeben. So litten viele Junganlagen unter der Trockenheit und es wurde ersichtlich, dass vor allem die Feuchtigkeit im Untergrund, die in vielen Jahren durch Trockenphasen hinweg hilft, aufgebraucht war. In den letzten drei Tagen der großen Hitze sind darüber hinaus vielfach z.T. recht heftige Sonnenbrandschäden auf den Trauben und Beeren aufgetreten.
Die Niederschläge am letzten Wochenende waren nach seiner Auskunft ein Segen für die Bioreben in Baden. Leider haben die damit verbundenen Unwetter in einigen Bereichen Hagel mit entsprechenden Schädigungen der Reben mitgebracht.

Insgesamt erwarten die badischen Biowinzer nach Köpfers Auskunft eine mengenmässig durchschnittliche und damit für den Bedarf auch positive Ernte. Und sie hoffen, dass keine weiteren Kalamitäten diese Aussichten zunichte machen.

Genuss-Seminar am 9. August 2019

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Am 9. August findet im Weingut Zähringer in Heitersheim das Genuss-Seminar Boden schmeckt” statt. Als Partnerweingut des Bodenfruchtbarkeitsfonds widmet sich das Weingut Zähringer in Heitersheim regelmäßig dem Thema Boden in Erlebnis-und Genusseminaren.

Für die Veranstaltung am 9. August 2019  konnten als Referenten Mathias Forster, Geschäftsführer und Stiftungsrat der Bio-Stiftung CH, und Dr. Ulrich Hampl gewonnen werden.  In diesem Jahr steht zudem die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der Bodenfruchtbarkeit im Fokus.

Das Programm umfasst unter anderem eine Weinbergswanderung, Vorträge und eine Weinprobe.

Kosten: Euro 45,00 pro Person(inclusive Weinprobe, Wasser & Speisen) Begrenzte Teilnehmerzahl: Anmeldung erforderlich unter Weingut Zähringer Tel.07634-50489-0 / Fax: 07634-504899-9 /info@weingut-zaehringer.de

Weitere Informationen zum Bodenfruchtbarkeitsfond finden Sie unter www.bodenfruchtbarkeit.bio

Das gesamte Programm kann hier als PDF heruntergeladen werden. 

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