
Winterruhe bei den Reben. Und ein bißchen auch bei den Winzern. In Baden ist der Schnee in der Ebene weitestgehend verschwunden. Nur selten sieht man einen Winzer beim Rebschnitt.
Über Biowinzer aus Baden und ihre Weine

Winterruhe bei den Reben. Und ein bißchen auch bei den Winzern. In Baden ist der Schnee in der Ebene weitestgehend verschwunden. Nur selten sieht man einen Winzer beim Rebschnitt.
Der aktuelle Wein des Monats kommt im Januar 2006 aus dem Weingut Zähringer in Heitersheim. Für 45 Euro erhält man einen 6er Karton mit dem 2004er Heitersheimer Sonnhohle Spätburgunder trocken. Fängt ja gut an, das neue Jahr…
Wolfgang Zähringer schreibt zu diesem Wein:
Facettenreiches, feingliedriges Duftspiel von Beerenfrüchten, insbesondere Brombeeren und schwarzen Johannisbeeren, auch schwarze Kirschen, jugendlich frischer, noch sehr ungestümer Körper mit Reifepotential, kräftige Struktur, feine Gerbstoffnoten. Dezent eingebundenes Tannin. Kräftig und nachhaltig im Abgang.
Passt gut zu gut gewürzten Speisen mit kräftigen Saucen, insbesondere zu Wildgerichten (Reh, Gemse, Hirsch, Wildschwein, gebraten und als Pfeffer, …) Fleisch (Rind, insbesondere Braten, Sauerbraten, Kalbsleber, Lammkeule, Steak, Cordon bleu), Käse (Bergkäse, Reblochon, Ziegenkäse, Schafskäse)….

Wer hier schon öfters hereingesehen hat, der kennt das Wort Piwi und interessiert sich vielleicht auch für die Weine aus pilzwiderstandsfähigen Rebsorten. Mehr Informationen zu diesem Thema gibts auf der Internetseite PIWI-international.
Ziel und Zweck der Arbeitsgemeinschaft ist es, wissenschaftliche und praktische Erkenntnisse auf dem Gebiet der pilzwiderstandsfähigen Rebsorten auf nationaler und internationaler Ebene auszutauschen und Anregungen zu geben.
Es sollen vor allem mit diesen Sorten arbeitende Praktiker unterstützt und gefördert sowie neue hinzugewonnen werden. Unter anderem werden zu diesem Zweck periodisch Tagungen oder regionale Arbeitskreise durchgeführt, die hauptsächlich die Weinbaupraxis aber auch die Beratung und die Wissenschaft ansprechen.
Auf der Internetseite gibts Infos über Rebsorten, Veredler, Züchter, Fachliteratur etc.
Für die ruhigere Zeit nach den Weihnachtsfeiertagen hat sich der Schliengener Biowinzer Thomas Harteneck etwas einfallen lassen: Einen seiner beliebten Spätburgunderweine gibts bis zum 31. Januar mit 10 % Rabatt. Fängt ja gut an.

Auch auf diesem Wege: Frohe Weihnachten!
ECOVIN-Winzer erwarten ein spannendes Jahr 2006 – Bewährte Kooperationen mit Bioland-Winzern und Slow Food werden fortgesetzt
FREIBURG. Mit guten Vorsätzen und konkreten Plänen starten die ECOVIN-Erzeuger Baden ins neue Jahr: Gerade wurden die Ergebnisse des Internationalen Weinpreises 2006 der BioFach Nürnberg bekannt. Demnach haben die badischen Biowein-Erzeuger des ECOVIN-Verbandes so gut abgeschnitten wie nie zuvor: Dreimal Großes Gold, vier Mal Gold und 14 Mal Silber. Die Auszeichnungen werden im kommenden Jahr auf der BioFach-Messe verliehen.
Doch nicht nur dem Qualitätsanspruch wollen die Biowinzer 2006 treu bleiben, auch der Kontakt zum Verbraucher soll gepflegt und wo möglich noch weiter verbessert werden. Grund und Anlass dazu gibt es genug. Die Presseberichte über das Weinhandelsabkommen der EU mit den USA hat viele Weintrinker wachgerüttelt. Das Interesse an einem möglichst naturnahen und ökologisch erzeugten Wein, frei von Gentechnik und chemischen Veränderungen, ist groß und wächst weiter.
Die wichtigsten Termine neben der BioFach-Messe und der Pro Wein die Badische Weinmesse in Offenburg und vor allem die ECOVIN-Präsentation am 20. Mai in Freiburg sein. Nachdem man diese Veranstaltung 2005 wegen anderer Messetermine stark komprimiert hatte, bildet sie 2006 wieder das Herzstück der Öffentlichkeitsarbeit. Ihren Reiz bezieht diese besondere Weinmesse sicher aus der Kooperation von ECOVIN-Winzern mit den Kollegen von Bioland und mit dem Slow Food Convivium Freiburg.
Überregional bekannt wird sie aber vor allem durch die Vorstellung der besten badischen Bioweine, die erst kurz zuvor prämiert werden. Die erste öffentliche Verkostung der Siegerweine ist auch der Auftakt der Gourmet-Reise, bei der wieder Spitzenköche der Region Menüs passend zu den prämierten Weinen kreieren. Die Termine hierfür werden erst ab Mai bekannt gegeben.
Die Termine 2006 finden Sie hier.
Der Wein zum Wochenende: Ein 2000er Regent Spätlese trocken Barrique vom Weingut Zähringer in Heitersheim. Dort hat man Erfahrung mit dem Regent und auch seit langer Zeit mit dem Barriqueausbau. Sehr beliebt in dem Markgräfler Weingut waren lange Zeit Weinproben, bei denen der Rotweine mit verschiedenem Ausbau verkostet wurden: im Stahltank, im großen Holzfass, in Barriquefässern aus verschiedenen Eichenhölzern oder verschieden getoasteten Hölzern.
Für den Anbau ist eher Betriebsleiter Paulin Köpfer zuständig. Der Anteil von Rebflächen mit pilzwiderstandsfähigen Rebsorten ist mit rund 10 Prozent relativ hoch. Neben dem Regent konzentriert man sich hier auf die Sorten Cabernet Cortis, Cabernet Carbon und Cabernet Carol sowie den Johanniter, wobei der Regent freilich den Hauptanteil hat. Es gibt ihn neben der Spätlese noch als QbA sowie in einer Cuvée mit Spätburgunder als „Edelgräfler“, berichtet Paulin Köpfer.
Die 2000er Spätlese wanderte für 12 Monate ins neue, kleine Eichenholzfass, der Ökowein reifte 12 Monate im Barrique, jeweils zur Hälfte Allier- und Limousin-Eiche. Die Substanz dazu hat er zweifellos. Der Wein schimmert fast schwarz im Glas. Im Duft dominieren schwarze Waldbeeren und Pflaumen. Auch im Geschmack dunkel, gehaltvoll, Röstaromen. Säure und Gerbstoffe sind ausgeprägt, wirken aber weich und durchs Holz gerundet, kräftiger Körper, sehr nachhaltig. Passt gut zu kräftig gebratenem Fleisch dieser Jahreszeit, zu Wildgerichten und kräftigen Saucen. Gut angelegte 11,40 Euro für einen solchen Barriquewein.
Vier seiner Rotweine meldete der Markgräfler ECOVIN-Winzer Markus Bürgin vom Hofgut Sonnenschein in Fischingen bei der Verkostung zum Internationalen Rotwein-Preis der BioFach-Messe an. Alle vier, so erfuhr er jetzt, wurden von den Juroren zur internationalen Wein-Spitzenklasse gezählt.
Verkostet wurde nach dem internationalen 100-Punkte-Schema, mehr als 90 Punkte bedeuten Gold, mehr als 85 Silber.

Jetzt stehen sie fest, die meisten Termine für das Jahr 2006 bei den badischen ECOVIN-Erzeugern. Dieses Mal wieder mit dabei: Die ECOVIN-Präsentation im Historischen Kaufhaus in Freiburg, die 2005 durch eine andere Veranstaltung ersetzt worden war.
Der Wein zum Wochenende: Ein weiterer Piwi-Wein, ein Wein also aus pilzwiderstandsfähigen Rebsorten. Dieser kommt aus einem ökologischen Weingut, das keiner kennt: Das Staatsweingut Freiburg & Blankenhornsberg ist integraler Bestandteil des Staatlichen Weinbauinstitutes Freiburg, und das wiederum ist Mitglied im ECOVIN-Regionalverband Baden.
Eine Zugehörigkeit, von der beide Seiten profitieren: Der betrieb nutzt direkt die im Weinbauinstitut entwickelten Innovationen in den Bereichen Qualität und Ökologie. Gestern war an dieser Stelle zum Beispiel ein kurzer Bericht über die Tätigkeit von Dr. Michael Breuer. Der Biologe erforscht unter anderem Verwirrmethoden des Traubenwicklers, eine ökologische Schädlingsbekämpfung die längst nicht nur von Biowinzern praktiziert wird.
Insgesamt 10 Hektar Rebfläche bewirtschaftet das Staatsweingut in Freiburg, weitere 25 Hektar Rebfläche gehören zur Domäne Blankenhornsberg in Ihringen am Kaiserstuhl. Alle flächen werden nach den Kriterien des integgrierten Weinbaus bewirtschaftet, eine Reilfläche des Freiburger Betriebes ausschließlich ökologisch. Mit diesen Flächen ist das Staatsweingut Mitglied bei ECOVIN Baden, und dort arbeiten Erzeuger, Wissenschaftler und die Winzer von ECOVIN Baden auch zusammen und tauschen sich beispielsweise über die Erfahrungen mit pilzfesten Rebsorten aus, wie sie auch für diesen Wein verwendet wurden.
Das Rotweincuvée wurde aus gleich fünf verschiedenen Piwi-Sorten kreiert: Prior, Monarch, Cabernet Cortis, Cabernet Carol und Cabernet Carbon sind im BACAT vertreten. Wenig bekannt dürfte auch die Herkunft dieses Namens sein: BACAT steht für BAdisches Cuvée aus Alternativen Traubensorten. Die Zusammenstellung kann indes von betrieb zu Betrieb variieren.
Dass den Freiburgern mit ihrem BACAT eine harmonische Kombination der Grundweine gelungen ist zeigt schon die Tatsache. dass sie den Wein im kleinen Eichenholzfass, dem Barrique reifen liessen. Tiefrote, satte Farbe mit violetten Tönen. Duft und Geschmack werden dominiert von den dunklen Tönen: Der Duft eher verhalten mit Aromen von schwarzen Johannisbeeren und Brombeeren, ein Hauch von Holz. Im Geschmack dunkel, fruchtig, aber nicht schwer. Insgesamt ein weicher Wein, gut abgerundet durch die Barriquelagerung. Zu beziehen in Freiburg oder Ihringen, kostet 11 € für die 0,75-l-Flasche.
ECOVIN Baden ist der südlichste Regionalverband von Ecovin, dem Bundesverband Ökologischer Weinbau. Unter seinem Dach arbeiten rund 100 Mitgliedsbetriebe nach den Richtlinien des ökologischen Weinbaus.
ECOVIN Regionalverband Baden e.V.,
Vereinsregister Freiburg VR 2435
Vorsitzender: Paulin Köpfer, Poststr. 17, 79423 Heitersheim, Tel. 07634-552818 und Fax 07634-552819.
Email info@ecovin-baden.de.
Über diese Prämierung, die verbands- und landesübergreifend für Bio-Betriebe aller ökologischen Anbauverbände in Freiburg stattfindet, informieren wir Sie hier, sobald neue Daten feststehen.
Die Ergebnisse der letzten Bioweinprämierung finden Sie hier.