Geringere Mengen als 2016, gute Qualitäten

Aufatmen und Zufriedenheit bei den badischen ECOVIN-Erzeugern – Trotz Verlusten nach den Frostschäden im April ein gutes Herbst-Ergebnis

Freiburg. Der Frost in den letzten Tagen des April war ein Schock für alle badischen ECOVIN-Winzer. Umso größer ist jetzt nach Abschluss der Weinlese 2017 die Freude über einen zwar mengenmäßig beeinträchtigten, qualitativ aber ausgezeichneten Herbst. 

„Was weg ist, ist weg.” So lapidar lässt sich zusammenfassen, was die geschockten Biowinzer bereits nach den Nächten des 20. und 21. April feststellten. Die erfrorenen Triebe sind nicht nachgewachsen, berichtet Paulin Köpfer. Doch auch wenn der Verlust nicht ausgeglichen werden kann und zum Beispiel im mittleren Markgräflerland bis zu 50 Prozent beträgt, so brachte der restliche Vegetationsverlauf keine negativen Überraschungen mehr.

Im Gegenteil: „Wir haben eine außergewöhnliche frühe Lese erlebt”, berichtet Köpfer. Der Vorsitzende von ECOVIN Baden und Betriebsleiter des Heitersheimer Weingutes Zähringer verzeichnete kaum irgendwo weitere Beeinträchtigungen. Das warme und sonnige Wetter bescherte den Biowinzern eine Weinlese, die bereits Ende August begann und gegen Ende September abgeschlossen war – drei Wochen früher als in vielen anderen Jahren. Schon früh verzeichneten die Biowinzer hohe Oechslegrade. Dies bedeutete, dass für leichte Weine mit moderatem Alkohol eine rechtzeitige Lese erforderlich war.

„Über ganz Baden gesehen”, so berichtet Köpfer, „liegen wir nur leicht unter dem langjährigen Betriebsdurchschnitt.” Dies sei natürlich auch dem niedrigeren Ertragsniveau auf Bioflächen geschuldet. Von Frostschäden betroffen ist vor allem der Gutedel. Und mit dem Schwerpunktgebiet mittleres Markgräflerland traf der Frost auch ausgerechnet dasjenige Gebiet, in dem der Anteil der biologisch bewirtschafteten Rebflächen in Baden am höchsten ist. Weniger betroffen sind die Burgundersorten.

Vom Kaiserstuhl, so Köpfer, werde ein ausgezeichneter Herbst berichtet. Hier liege liege das Ergebnis sogar teilweise über den Durchschnitts-Werten der Vorjahre. Die Zuckergehalte bzw. Reifegradationen waren sehr gut. Die Riesling-Lese am Kaiserstuhl  bezeichnet  Köpfer als „überragend nach Menge und Qualität.” Als ertragsstabil haben sich besonders die Reben der pilzwiderstandsfähigen Rebsorten (Piwi) erwiesen.

Mit den hohen Qualitäten angemessenen Preisanpassungen ist durchaus zu rechnen, meint Köpfer. Frühestens im nächsten Sommer könne es Engpässe bei den badischen Bioweinen geben, falls ein Ausgleich durch die Weine des Jahrgangs 2016 nicht mehr möglich sein sollte. Die durch den Frost existenziell betroffenen Biowinzer können auf Frosthilfe vom Land Baden-Württemberg hoffen und eventuell auf Finanzierungshilfen für finanzielle Ausfälle – die freilich aber nur als Kredite vergeben werden.

Qualitativ wird der Jahrgang nach Köpfers Ansicht auch in Frostgebieten sehr spannend: Die eher kühlere Entwicklung ließ die Zuckergehalte nicht weiter nach oben schnellen und führte auch zu sehr stabilen, positiven Säurewerten. Gleichzeitig konnten die feinen und zarten Aromen in dieser Reifephase sich sehr gut entwickeln. Erwartet werden deswegen von den Biowinzern außergewöhnlich fruchtige und gleichzeitig sehr gut balancierte, harmonische Weine bei mässigen Alkoholwerten.

2016 – Ein Jahr der großen Herausforderungen

Jetzt wo die Lese beendet ist, zieht auch der ECOVIN Bundesverband eine Bilanz der diesjährigen Lese und geht dabei auch auf die Problematik Peronospora und Kalium-Phosphonat ein.

Die 2016er Weintrauben sind nun geerntet und die Moste gären im Keller. Wenn man die Winzerinnen und Winzer um ihre Einschätzung zum Jahrgang bittet, bekommt man zunächst gesagt, dass die Qualitäten hervorragend sind, zumindest die der Trauben, die geerntet werden konnten. Das ist der Wermutstropfen, denn es gibt teils hohe Mengenverluste. Es lassen sich keine Aussagen darüber treffen, ob es das eine Anbaugebiet stärker als das andere getroffen hätte. Es gibt Betriebe mit starken Verlusten, aber auch genauso welche mit sehr zufriedenstellenden Erntemengen, sogar innerhalb einer Region.

Dieser Sommer war über alle Anbaugebiete hinweg zunächst viel zu feucht. Gerade um die Zeit der Rebblüte herum, Mitte Juni, hatte es fast pausenlos geregnet. Kein leichter Landregen, sondern lokale Starkregenereignisse, die so manchen kleinen Bach innerhalb kürzester Zeit über die Ufer treten ließen und ganze Dörfer verwüsteten. In der sensiblen Phase der Blüte ist die Weinrebe besonders anfällig für den Befall durch die Peronospora, den sogenannten falschen Mehltau. Und der hatte in diesem Jahr optimale Bedingungen. Die zweite Hälfte des Sommers, ab Ende Juli bis in den September hinein, war für die Trauben perfekt. Das warme und trockene Wetter hat zu hervorragenden Qualitäten geführt.

Um den falschen Mehltau zu bekämpfen, gibt es im ökologischen Weinbau nur eingeschränkte Möglichkeiten. Erlaubt sind verschiedene Kupferpräparate, welche in entsprechenden Abständen im Rahmen des Pflanzenschutzes ausgebracht werden. Aufgrund der vielen Starkregenereignisse war es in diesem Jahr für die Biowinzer extrem kräftezehrend.

Eine weitere Möglichkeit, die Risiken zu minimieren ist der Anbau pilzresistenter Sorten, die sogenannten PIWIS. Diese sind weit weniger anfällig, waren in diesem Jahr aber auch betroffen. PIWIS ersetzen zudem nicht die klassischen Sorten wie Riesling oder Spätburgunder, sie ergänzen das Portfolio der Betriebe lediglich.

In Verbindung mit den Kupfermitteln hatten die Winzer bis 2013 durch den Einsatz von Kalium-Phosphonat als Pflanzenstärkungsmittel die Bekämpfung der Peronospora gut im Griff. Bereits Ende der 1980er Jahre, kurz nach Gründung des ECOVIN Verbandes, hat man sich im Bioweinbau gemeinsam mit den Beratern Gedanken gemacht und Kalium-Phosphonat als effektives Mittel gegen den falschen Mehltau identifiziert. Kalium-Phosphonat wird von der Pflanze aufgenommen und regt die pflanzeneigenen Abwehrkräfte an. Es ist toxikologisch unbedenklich und zu guter Letzt wird es bei heftigem Regen nicht direkt wieder abgewaschen.

Doch dann traten 2013 Änderungen im europäischen Pflanzenschutzgesetz in Kraft, welche Kalium-Phosphonat der Gruppe der Pflanzenschutzmittel zuordneten. Solche haben komplizierte Listungsverfahren zur Folge, und dieses hängt an einer wichtigen Stelle fest. Auf die Problematik hat ECOVIN seit Jahren hingewiesen. „Es ist äußerst wichtig, dass Kalium-Phosphonat, von der EU für den Bioweinbau wieder zugelassen wird. Wir brauchen Planungssicherheit im Pflanzenschutz. Nur so wird der ökologische Weinbau wieder zukunftsfähig! Wichtig ist nun, dass die Zeit bis zur nächsten Saison, intensiv genutzt wird, um in Verhandlungen mit Brüssel, unser Ziel zu erreichen.“ so Andreas Hattemer, Vorsitzender von ECOVIN.

„Das könnte 2015 große Weine geben…”

Herbstaussichten der badischen ECOVIN-Winzer 2015 – Ein außergewöhnlicher Sommer beschert den Biowinzern reife und gesunde Trauben

Freiburg. Der Sommer war außergewöhnlich, nicht nur für die ECOVIN-Winzer in Baden: heiß und trocken, zumindest ab dem Siebenschläfertermin 27. Juni. Paulin Köpfer, der Vorsitzende von ECOVIN Baden, ist kurz vor dem Beginn der Hauptlese am 14. September optimistisch, was den neuen Jahrgang betrifft. Die Trockenheit habe den Reben fast nirgendwo geschadet, Probleme mit Pilzkrankheiten oder der Kirschessigfliege gibt es ebenfalls nicht. Sein Fazit: Kein Jahrgang mit der großen Menge, dafür aber mit viel Potenzial für beste Qualität.

„Die Trauben hängen schön und sie sind gesund”, fasst Köpfer zusammen, was er auch von seinen Kollegen aus dem Markgräflerland, vom Kaiserstuhl und aus dem Breisgau erfahren hat. Nach der anhaltend guten Wetterlage sind die Reben dem durchschnittlichen Entwicklungsstand der vergangenen Jahre rund 14 Tage voraus. Doch je nach Standort, so berichtet Thomas Harteneck aus Schliengen, gebe es noch große Unterschiede hinsichtlich Ertrag und Reife. Ausschlaggebend dafür seien der Zustand der Anlagen und die Wasserversorgung.

Einen rund 25 Prozent geringeren Ertrag in diesem Jahr erwartet Rolf Mißbach in Ebringen: Die Trockenheit habe zu kleineren Beeren geführt. Das gilt generell für junge Anlagen und für Betriebe in Nordbaden. Wo nach langer Trockenheit Niederschläge auftraten, kam es stellenweise auch zum Aufplatzen der Beeren. Am Kaiserstuhl sorgte lokal begrenzter Hagel teilweise für geringere Erträge. Für ganz Baden gesehen aber, so Köpfer, halten sich die Beeinträchtigungen in sehr engen Grenzen.

Generell seien die Reifeunterschiede zwischen den einzelnen Rebsorten nach Köpfers Worten in diesem Jahr eher gering. Das bedeutet, dass mit Einsetzen der optimalen physiologischen Reife sehr zügig gelesen werden muss, weil viele Sorten fast gleichzeitig reif sein werden. Die ECOVIN-Mitglieder wollen das Aromapotenzial dieses besonderen Jahrgangs voll ausschöpfen und eine späte Lese vermeiden, damit die Alkoholwerte nicht wie 2003 über das normale Maß ansteigen.

Aus dem Breisgau berichtet Johannes Hügle von besten Aussichten für Rotweine: Die Durchfärbung sei bereits erreicht, die jetzt noch kommenden kühleren Tage können sich nur positiv auswirken. Fazit des Biowinzers und Weinbau-Beraters: „Das könnte in diesem Jahr ganz große Weine geben.” Diese Ansicht teilen auch seine Kollegen. Sie schwanken zwischen zurückhaltendem Optimismus (Mißbach: „Noch ist alles offen”) und Begeisterung (Thomas Harteneck: „Wir werden in diesem Jahr sowohl schlanke, fruchtige Weine als auch kräftige Weine mit großem Potenzial gewinnen können.”)

Im Moment haben die Biowinzer fast Wunschbedingungen, so Köpfer: „Kühl und sonnig und windig ist ideal, auch weitere Niederschläge sind kein Problem”. Schon jetzt seien die Trauben je nach Rebsorte außergewöhnlich reif. Den Lesebeginn für Müller-Thurgau und frühe Sorten erwartet er für den 7. September, den Beginn der Hauptlese für den 14. September. Dann sei das Geschick der Winzer gefragt, um das Möglichkeiten, die dieser außergewöhnliche Jahrgang biete, optimal auszureizen.

Gutes Potential für ausgezeichnete Qualitäten

ECOVIN Winzer Paulin Köpfer fasst die Weinlese in Baden wie folgt zusammen: „Die badischen Biowinzer sind insgesamt sehr glücklich über die gute Ertragslage, die dazu beitragen kann, die nach den letzten zwei, eher schwachen Jahrgängen leeren Keller zu füllen.

Gleichzeitig hat der Jahrgang gutes Potential für ausgezeichnete Qualitäten. Der Entwicklungsstand lag im September deutlich vor dem langjährigen Mittel, die Zuckergehalte bereits auf recht hohem Niveau.

Vor allem zeigen die Trauben geschmacklich gute Reife mit hervorragender Balance von Zucker, Fruchtsäuren und Aromen. Grundlage für saftige, fruchtige Weine mit attraktivem Aromaspektrum.

Bereits Mitte September begann bei den ECOVIN Mitgliedern die Weinlese, damit früher als im Schnitt, vorrangig in den klimatisch am meisten begünstigten Regionen wie dem Kaiserstuhl, Tuniberg und dem Breisgau, zeitlich einige Tage verzögert im Markgräflerland und den nordbadischen Bezirken.

Die frühen Rebsorten wie Müller Thurgau und Regent zeigten zu diesem Zeitpunkt bereits eine gute Reife. Die in Baden flächenmässig dominierenden Burgundersorten wurden unmittelbar darauf geerntet.“

Wandern in den Weinbergen

Hochsaison haben jetzt nicht nur die Biowinzer von ECOVIN Baden: Auch touristisch hat sich die Zeit der Weinlese längst zu einem Höhepunkt des Reisejahres entwickelt. Ideal sind jetzt im Herbst auch die Voraussetzungen für Wanderungen durch die Weinberge: Eine milde herbstliche Sonne wärmt die Wanderer, vor allzu großer Hitze muss man sich nicht wappnen. Etliche Straußenwirtschaften haben geöffnet, darunter auch einige von ECOVIN-Betrieben.

Hauptlese in vollem Gange

Die Hauptlese in Baden ist in vollem Gange! Generell überwiegt bei den Winzern der Optimismus: Die Einbußen, witterungsbedingt oder auch durch die Kirschessigfliege, können meistens durch viel Handarbeit und den mengenmäßig größeren Ertrag nach zwei schwächeren Jahren ausgeglichen werden. Spannend bleiben die letzten Tage des Herbstes, mit der Lese des Spätburgunders – und dem Hoffen auf weitere sonnige Lese-Tage.

Biowein: Viel Arbeit für einen guten Jahrgang 2014

Herbstaussichten der ECOVIN-Erzeuger in Baden – Das Wetter und die Kirschessigfliege halten die Biowinzer auf Trab

FREIBURG. Das wechselhafte und kühle Wetter der vergangenen Wochen und die Kirschessigfliege sorgten bei den ECOVIN-Erzeugern in Baden für einen erheblichen Mehraufwand bei der Lese. Jetzt zum Beginn der Hauptlese Mitte September schätzen die meisten ECOVIN-Winzer in Baden, dass sie mit erhöhtem Arbeitsaufwand sehr gute Qualitäten erzielen können und den mengenmäßigen Ausfall durch die Kirschessigfliege mit der überdurchschnittlich guten Vegetationsentwicklung ausgleichen können.

Einen Witterungsverlauf mit Extremen hat Paulin Köpfer in diesem Jahr beobachtet. Der Vorsitzende von ECOVIN Baden verweist auf einen vorangegangenen Winter ohne Frost, eine trockenen und heißen Juni, der dann von einem warm-feuchten Juli und einem kühl-feuchten August abgelöst wurde. „Der Pilzdruck in den Reben forderte das Geschick der Biowinzer”, berichtet Köpfer, denn: „Die Bio-Erzeuger dürfen keine chemisch-synthetischen Spritzmittel gegen Pilzbefall verwenden.”

Neue Herausforderungen brachte auch der Befall durch die aus dem Süden eingewanderte Kirschessigfliege mit sich: Wirksame Bio-Lösungen gäbe es kaum, so Köpfer, statt dessen gelte es, in mühsamer Handarbeit die befallenen Trauben auszulesen. Dazu kommt bei sensiblen Sorten wie den Burgunderreben eine Vorlese. Zufrieden sind die Biowinzer dagegen mit der guten Ertragslage nach zwei eher schwachen Jahren. Und in qualitativer Sicht sei das Potenzial für gute und sehr gute Qualitäten fast überall vorhanden. Der Entwicklungsstand liege deutlich vor dem langjährigen Mittel, die Zuckergehalte seien bereits auf recht hohem Niveau. Vor allem zeigen die Trauben geschmacklich gute Reife mit einer hervorragender Balance von Zucker, Fruchtsäuren und Aromen, so Köpfer. Dies bilde die Grundlage für saftige, fruchtige Weine mit attraktivem Aromaspektrum.

Mitte September begann bei den Ecovin-Mitgliedern die Weinlese und damit früher als im Durchschnitt der letzten Jahre, vorrangig in den klimatisch am meisten begünstigten Regionen wie dem Kaiserstuhl, Tuniberg und dem Breisgau. Frühe Rebsorten wie Müller Thurgau und Regent sind bereits weitgehend geerntet. Die in Baden flächenmässig dominierenden Burgundersorten werden in der nächsten Woche folgen. Spannend bleibt die Frage, ob und in welchem Umfang Spitzenqualitäten, Auslesen und Beerenauslesen gelesen werden können.

Im Markgräflerland zeigt sich der Gutedel nach Köpfers Worten nach zwei schwierigen Jahren jetzt mit gutem Ertrag, die Trauben sind schon jetzt im Qualitätsweinbereich und können problemlos weitere Wochen reifen. Gutes Potenzial zeigen auch die Burgundersorten: Die Basisanlagen versprechen einen guten Ertrag, Selektionsanlagen weisen schon jetzt hohe Reifegrade auf. „Der weitere Leseverlauf hängt von der Witterung in den nächsten zwei bis drei Wochen ab”, so der ECOVIN-Baden-Vorsitzende Paulin Köpfer, der Betriebsleiter im Heitersheimer Weingut Zähringer ist.

Am Kaiserstuhl war Thomas Schaffner in Bötzingen nach einem Hagel-Unwetter gezwungen, schon früher mit der Lese zu beginnen. Auch die Kirschessigfliege spielt hier eine wichtige Rolle: Drei Grundstücke hat der Biowinzer „verworfen”, die Trauben wegen des Befalls entsorgt. In anderen Grundstücken sorgt viel Handarbeit für hohe Qualitäten. „Wegen des überdurchschnittlichen Ertrags in diesem Jahr können wir großzügig selektionieren”, so Schaffner, der die Lage trotz des enormen Arbeitsaufwandes relativ entspannt sieht.

So bleiben – nach außergewöhnlich viel Sortierarbeit – ein eher „normaler” Ertrag und gute bis sehr gute Qualitäten. Aber es gibt auch viel Positives vom Kaiserstuhl zu berichten: „Unser Grauburgunder „alte Rebe” ist in diesem Jahr ein Gewinner”, freut sich Schaffner. Und auch beim Spätburgunder, dessen Lese erst später ansteht, sieht er – wie bei einigen anderen Sorten auch – 2014 „sehr viel Potenzial”.

In Nordbaden / Tauberfranken hat Christian Geyer Mitte September mit der Lese von Müller-Thurgau, Bacchus und Regent begonnen – ohne Zeitdruck und mit hohen Erwartungen: „Wir hatten in Nordbaden einen eher trockenen Sommer”, berichtet er. In der Folge gab es bei ihm keine Probleme mit Pilzbefall. Auch die Kirschessigfliege hat die Reben im nördlichen Landesteil wohl verschont: Keine einzige habe er in seinen Anlagen ausgemacht, berichtet er.

Auch auf die erst später zur Lese anstehenden Sorten freut sich der Biowinzer: „Weißburgunder und Johanniter sehen richtig gut aus“, erzählt er, „und der Schwarzriesling: wie gemalt”.

Weinlese beginnt Anfang September

Voraussichtlich in der ersten und zweiten Septemberwoche werden viele Betriebe bereits mit der Lese früher Sorten beginnen. Die meisten Weine aus dieser ganz frühen Lese werden sicher noch als neuer Wein verkauft, aber generell sind Vegetation und Reifeentwicklung gegenüber den Vorjahren schon etwas weiter fortgeschritten.

Rest-Trauben

Weintraube

Viele Trauben hängen nicht mehr in den Bioweinbergen der badischen ECOVIN-Betriebe, jetzt Mitte November. Und was draus werden mag, kann noch niemand genau sagen. Aber irgendwie sind diese Rest-Trauben eine schöne Reminiszenz an den Herbst, seine eifrige Betriebsamkeit und die Traubenmengen, die mit großen Aufwand geerntet wurden.

Herbstfarben

Herbstfarben

Herbstfarben wie hier im Breisgau dominieren derzeit die Reben der badischen Biowinzer. Es hängen aber nur noch kleinste Mengen an Trauben, die von den Winzern für besondere Zwecke vorgesehen sind wie Auslesen. Das Hauptgeschehen spielt sich in den Kellern ab, wo die neuen Weine vor sich hinblubbern und mancher Weißwein bereits seiner außergewöhnlich frühen Abfüllung entgegensieht: Nach den geringeren Erntemengen auch im Vorjahr planen manche Winzer bereits die Abfüllung schon im Dezember dieses Jahres, was besonders bei den frischen, fruchtigen Weißweinen sinnvoll ist.