Ein super Sommer für die Weinreben

ECOVIN-Winzer in Baden schauen auf einen beeindruckenden Herbst zurück, den alle Winzer als außergewöhnlich bezeichnen. Der heiße Sommer bescherte ihnen wenig Konflikte mit Pilzkrankheiten, eine trotz Trockenheit gute Wasserversorgung ihrer Reben und schließlich eine frühe Lese mit guten Qualitäten und guten Erträgen.

Das Bild in den badischen Weinbaubereichen ähnelt sich stark. Hier eine Übersicht von erfahrenen Bio-Winzern aus ihrer Region.

Markgräflerland

Der Jahreswitterungsverlauf war für die Reben perfekt, berichtet Paulin Köpfer. Der Vorsitzende von ECOVIN Baden und Betriebsleiter des Heitersheimer Weingutes Zähringer beschreibt den Austrieb als erst noch zögerlich. Es gab im Markgräflerland keinen Spätfrost wie im Vorjahr, danach eine frühe Blüte und den Temperaturen entsprechend eine zügige Entwicklung der Trauben.
Das viele Wochen andauernde Hochdrucksystem über Nord- und Mitteleuropa mit fast durchgehender Nordwindlage (trocken aber nicht zu heiß) war nach seinen Worten „ein großer Segen für die Weinberge”. Zum Beginn des Sommers waren viele ECOVIN-Weingüter auf Grund des frühen und schnellen Zuwachses arbeitsmässig einige Wochen völlig überfordert, berichtet er.
Nach der Anfang Juni kritischen feuchten Phase (Schafskälte) war die trockene Witterung in Bezug auf die Rebengesundheit optimal. Die folgende Trockenheit war zum Glück nur für Junganlagen oder aussergewöhnliche flachgründige Lagen eine Herausforderung. Insbesondere die höheren Humusgehalte und gute Bodenstruktur im Weinbau nach ECOVIN-Standards stellten sicher, dass auch in einem extremen Jahr wie 2018 die Wasserversorgung der Reben gesichert werden kann. „Der Bioweinbau zeigt hier entscheidende Vorteile”, urteilt er.
Die Traubenlese noch im August war ein Rekord. Der unglaublich gesunde Traubenzustand und die großartige Witterung im September gab den ECOVIN Winzerinnen und Winzern viel Spielraum, ihre Trauben der Reife- und dem Produktionsziel entsprechend gestaffelt zu ernten.

Qualitativ waren „nach oben“, also was Mostgewichte und Konzentration betrifft, keine Grenzen gesetzt. Dennoch seien die meisten ECOVIN Weine im mittleren Alkoholbereich gelesen worden, berichtet Köpfer: „So, wie es auch die Konsumenten wünschen.”

Die Erntemengen übertrafen die Schätzungen aus dem Sommer und waren gut bis sehr gut. Probleme mit Übermengen gab es dabei keine, weil die Ertragshöhe im Bioweinbau niedriger ist als bei herkömmlicher Bewirtschaftung und die ECOVIN-Betriebe qualitätsorientiert arbeiten. Zugegeben: einen Wunschherbst!

Die Weißweine des Jahrgangs 2018 zeigen nach seinem Urteil schon jetzt schöne Frucht, nicht zu üppige Aromen aber viel Dichte. Gewinner in diesem Jahr sind seiner Ansicht nach die Rotweine mit hoher Reife und großer Konzentration.

Kaiserstuhl

Aus Eichstetten am Kaiserstuhl berichtet Martin Schmidt. Er bewirtschaftet im Weingut Kiefer Bio-Reben und weitere Flächen in einem weiteren Bioweingut. Er berichtet, dass er in diesem Ausnahmejahr Anfang September sogar für einer Erhöhung der Höchstertragsmenge von 90 auf auf 100 L/ar gestimmt hatte.

„Die Mengen waren ein Geschenk der Natur”, berichtet er: „Drei Wochen zuvor hat noch keiner geglaubt, dass wir über 90 L kommen, auch ich nicht.” Die Winzer hätten diese hohen Erträge nicht angestrebt, und ein Marktausgleich bestehe, weil nach dem voran gegangenen Frostjahr die Keller leer waren. „Die Qualitäten sind trotz der Mengen hervorragend,” urteilt er für den Kaiserstuhl.

Es sei aber auch wie 2003 deutlich geworden, dass durch  eine gute Bodenbewirtschaftung und vor allem durch das mechanische Freihalten des Unterstockbereichs die Reben sehr gut mit Klimaextremen zurecht kommen. Im einzelnen führt er hier besonders den Humusaufbau durch Kompost und Begrünung auf und den Verzicht auf mineralische Düngung. Die Trockenheit war selbst in Junganlagen in solch bewirtschafteten Parzellen kein Problem.

Breisgau

In Kenzingen-Bombach zeigt sich Dr. Eribert Benz vom Weingut Dr. Benz genauso zufrieden mit dem neuen Jahrgang, wie die meisten seiner Kollegen. „Die Qualität ist gut und der Ertrag ist ebenfalls gut”, beschreibt er die Situation im Breisgau. Und hat auch für sich selbst schon ein Resümée gezogen: „Die gute Humusversorgung und die Wasserhaltefähigkeit hat meiner Ansicht nach bei den ECOVIN-Weingütern dafür gesorgt, dass unsere Reben trotz der Trockenheit besser mit Wasser versorgt wurden”, meint er. „Allerdings hatten wir hier zumindest minimale Niederschläge in der Zeit vor der Lese”, fügt er an.

Bei Temperaturen über 30 Grad bewältigte seine Lese-Mannscaft die Handlese in der Zeit von Anfang bis Ende September. Bei den Rebsorten sieht er zwar keine besonderen Gewinner der Witterungsverhältnisse, aber: „Für typisch südländische Rebsorten wie Cabernet Sauvignon oder Merlot waren das schon ideale Verhältnisse”, berichtet er. Auch rote Piwi-Sorten und natürlich der Spätburgunder kamen mit den Verhältnissen ausgezeichnet zu recht.

Die Mostgewichte waren durchgängig überdurchschnittlich. Als Lehre aus dem heißen Sommer 2003 wurde sehr darauf geachtet, dass früh geerntet und gefüllt wurde, um die Trauben im richtigen Reifezustand zu ernten.

Seine Weine werden jetzt lange auf der Hefe liegen bleiben und frühestens im März oder April abgefüllt werden.

Kraichgau

Auch im Kraichgau betrachtet Ulrich Klumpp vom Weingut Klumpp in Bruchsal die Ergebnisse dieses Jahres als außergewöhnlich gut. „Am wichtigsten für uns sind ja trotz des heißen und trockenen Sommer die letzten drei Wochen vor der Lese”, berichtet er. Und weil in diesem Zeitraum die Nächte kühler waren, konnten die Trauben mehr Aromastoffe in der Beerenhaut bilden, als wenn es durchgängig warm geblieben wäre.

Hinzu kam, dass auch in dieser Region kurz vor der Lese minimale Niederschläge verzeichnet wurden. Auch das habe dazu betragen, dass die Trauben ganz ausreifen konnten, berichtet er. Die noch jungen Rotweine zeigen tolle Farben, reife Tannine und schmecken bereits sehr ausgereift.

Bei der Lese wurde auch in seinem Betrieb darauf geachtet, beim Erreichen der „passenden” Mostgewichte zu lesen: Bei rund 90 Grad Oechsle haben die fertigen Weine einen Alkoholgehalt, der nicht höher als 13 %vol ist. Und dies ist seiner Erfahrung nach eine wichtige Schwelle für den Verbraucher, der keine zu alkoholreichen Weine sucht.

Seiner Ansicht nach kam die Rebsorte Chardonnay am besten mit der Hitze zurecht. Auch die Weißweine erlebten weder Pilzbefall noch Frost, sind qualitativ und quantitativ außergewöhnlich gut: „Ich bin jetzt seit 35 Jahren Winzer und habe noch nie einen so guten Herbst erlebt”, urteilt er.

ECOVIN-Zertifikate auf bioC.info veröffentlicht

bioC, das zentrale Verzeichnis der öko-zertifizierten Unternehmen, ist jetzt unter www.bioc.info mit neuem Inhalt online. Nach Bioland, Naturland und Gäa veröffentlicht ECOVIN, als einziger deutscher Spezialverband für ökologischen Weinbau, die Zertifikate seiner Mitgliedsbetriebe und Lizenznehmer über das System. ECOVIN erhöht mit der Teilnahme die Transparenz in der Zertifizierung und trägt zur besseren Herkunftssicherung seiner Erzeugnisse und Produkte bei, berichtet der ECOVIN-Bundesverband in einer Pressemitteilung.

Alle ECOVIN-Mitglieder und -Lizenznehmer können nun jederzeit die ECOVIN-Zertifikate und auch EU-Öko-Bescheinigungen ihrer Lieferanten ausdrucken und den Kontrolleuren vorlegen. Das vereinfacht die Arbeit auf beiden Seiten. Somit ist die Plattform ein wichtiges Instrument für ökologisch zertifizierte Betriebe.

Auf der Internetplattform www.bioC.info werden Informationen zu aktuell ca. 80.000 öko-zertifizierten Unternehmen durch die Öko-Zertifizierungsstellen zugänglich gemacht. Dies umfasst Informationen sowohl zu gesetzlichen als auch zu privatrechtlichen Standards. Derzeit beteiligen sich 43 Zertifizierungsstellen aus verschiedenen Ländern an dem Verzeichnis. Durch den Abruf der von den Zertifizierungsstellen eingestellten Zertifikaten auf www.bioc.info können sich die bioC-Nutzer der Echtheit der Zertifikate sicher sein. Durch die Funktion der Lieferantenlisten werden die bioC-Nutzer automatisch benachrichtigt, wenn ein Lieferant seine Ökozertifizierung verloren hat. Mit der Funktion der Produktüberwachung werden solche Benachrichtigungen auch versendet, wenn ein überwachtes Produkt seinen Status ändert.

bioC-Nutzer sparen mit der Plattform www.bioC.info Zeit und Geld durch die größere Effizienz bei der Verifizierung von Zertifikaten und des Zertifizierungsstatus von Lieferanten und deren Produkten. Durch Hinzunahme weiterer Länder und Zertifizierungsstellen im Verzeichnis wird diese Zahl kontinuierlich erweitert mit dem Ziel, gesicherte Zertifizierungsinformationen sowie die effiziente Möglichkeit der Statusverifizierung von Lieferanten und deren Produkte weltweit verfügbar zu machen.

bioC ist eine Initiative von Öko-Zertifizierungsstellen, Verbänden aus dem Sektor der ökologischen Lebensmittelwirtschaft (BÖLW und IFOAM) und Dienstleistern.

Die Besten Bioweine Baden-Württtemberg 2018

Die Sieger der Biowein-Prämierung der Besten Bioweine Baden-Württemberg 2018 bei der Übergabe der Urkunden am 17.Mai i Freiburg

Die Sieger der Biowein-Prämierung der Besten Bioweine Baden-Württemberg 2018 bei der Übergabe der Urkunden am 17.Mai i Freiburg

Download-Möglichkeiten:

Pressetext überregional

Pressetext Markgräflerland

Pressetext Kaiserstuhl

Pressetext Württemberg

Gruppenbild der Sieger in Druckqualität (6 MB)

 

Landesweite Prämierung mit Biowinzern aller ökologischen Anbauverbände

Die besten Bioweine Baden-Württemberg 2018

Jetzt stehen sie fest, die Sieger der größten landesweiten Biowein-Prämierung in Baden-Württemberg. Sie wurden von einer unabhängigen Jury am 26. April in Ihringen aus mehr als 250 Bio-Weinen und -Sekten ausgewählt. 

Im friedlichen Wettstreit der Biowinzer aus allen Regionen des Landes haben in diesem Jahr die markgräfler Biowinzer die Nase vorne: 13 der 24 Auszeichnungen gingen 2018 in den äußersten Südwesten. Der Kaiserstuhl und auch das württembergische Unterland konnten sich mit jeweils fünf Auszeichnungen gegen diese Übermacht nicht durchsetzen. Der Bereich Stuttgart-Remstal ist ebenfalls mit einem Siegerwein vertreten.

Die unabhängige Fachjury, die am 26. April in Ihringen zusammentraf, bestand aus Fachleuten der Weinwirtschaft, Fachhändlern, Gastronomen und Weinfachjournalisten. Sie zeigte sich begeistert von dem durchgängig hohen Niveau der rund 250 angestellten Bioweine- und Sekte.

Die Siegerweine verteilen sich auf 15 Betriebe von ECOVIN, Demeter, Bioland und Naturland und alle beteiligten Regionen. Trotz des gleichmäßig hohen Niveaus der Weine schafften es einige wenige Betriebe, gleich mehrere der begehrten Urkunden zugesprochen zu bekommen. Jeweils drei Aus–zeichnungen erhielten das Weingut Ruesch in Buggingen, das Weingut Zähringer und das Weingut Feuerstein, beide in Heitersheim, und das Weingut Schäfer-Heinrich in Heilbronn.

Über gleich zwei Siegerweine freut man sich im Weingut Abril in Bischoffingen, je eine Auszeichnung erhielten die markgräfler Weingüter Kaufmann in Efringen-Kirchen, Köpfer in Staufen-Grunern, Rieger in Buggingen-Betberg und Schneider-Pfefferle in Heitersheim. Am Kaiserstuhl ging je eine Urkunde das Weingut Helde in Jechtingen, Schaffner in Bötzingen, und Schmidt in Eichstetten. In Württemberg ging ferne je eine Urkunde aus dem Bereich Unterland an die Lauffener Weingärtner und die Wein-gärtner Stromberg-Zabergäu, und für den Bereich Remstal-Stuttgart eine weitere Urkunde an das Weingut Heid in Fellbach.

Bewertet wurden die Weine nach ihrer Eignung zur Begleitung eines Menüs in sieben Kategorien: vom Sekt als Aperitif, über leichte Weißweine bis zum edelsüssen Wein zum Dessert. Außerdem gab es Sonderpreise für Weine neuer pilzwiderstandsfähiger Rebsorten.

Für Paulin Köpfer, den Vorsitzenden von ECOVIN Baden und Initiator des landesweiten Biowein-Wettbewerbs, ist wichtig, dass diese Auszeichnungen wirklich nur den Spitzenweinen vorbehalten bleiben: „Es wurden auch dieses Jahr nur rund 10 Prozent der angestellten Weine prämiert”, berichtet er. Dies belege, dass die 24 prämierten Weine zu den Top-Qualitäten in Baden und Württemberg gehören. Köpfer begegnet damit der Kritik, die an einigen anderen Weinprämierungen geübt wird, wo bis zu 90 Prozent der angestellten Weine eine Auszeichnung erhalten.

Die Siegerurkunden überreichten am 17.Mai in Freiburg Ralf Dejas, der Geschäftsführer des Bundesverbandes ECOVIN, sowie der Leiter der Prämierungs-Verkostung, Hilmar Czwartek, und Paulin Köpfer.

Die Ergebnisse finden sich im Anhang und auf ecovin-baden.de. Dort finden Sie auch regionalisierte Fassungen des Pressetextes für die Regionen Markgräflerland, Kaiserstuhl und Württemberg.Die Besten Bioweine Baden Württemberg 2018

Die Sieger

Sekt: Aperitiv

2016er Johanniter Sekt Brut
Weingut Ruesch, Buggingen

2015er Chardonnay Sekt Brut
Weingut Zähringer, Heitersheim

Leichte, trockene Weißweine
leichte Vorspeisen, Salat, Fisch & Meeresfrüchte

2017er Gutedel Kabinett trocken Heitersheimer Maltesergarten
Weingut Feuerstein, Heitersheim

2017er Müller-Thurgau trocken
Weingut Schmidt, Eichstetten

2016er Riesling „N“ trocken Heilbronner Stiftsberg
Weingut Schäfer-Heinrich, Heilbronn

2017er Weißburgunder trocken
Weingut Schneider – Pfefferle, Heitersheim

2017er Cabernet Rosé Kabinett trocken
Weingut Ruesch, Buggingen

Kräftige, fruchtige Weissweine
vegetarische Gerichte, Fisch, Geflügel und Kalb

2017er Weißburgunder trocken traditionell
Weingut Helde, Jechtingen

2017er Grauburgunder Kabinett trocken Staufener Schloßberg
Weingut Köpfer, Staufen – Grunern

2017er Grauburgunder trocken
Weingut Zähringer, Heitersheim

2017er Chardonnay Kabinett trockenBlansinger Wolfer
Weingut Kaufmann, Efringen – Kirchen

2016er Chardonnay Barrique trocken Edition SZ
Weingut Zähringer, Heitersheim

Leichte, fruchtige Rotweine
Nudelgerichte, leichte Fleischspeisen, Käse

2016er Rotweincuvée trocken Bunter Mergel
Weingut Schäfer – Heinrich, Heilbronn

2016er Schwarzriesling trocken
Lauffener Weingärtner, Lauffen

Kräftige, schwere Rotweine
kräftiger Hauptgang, gegrillte Fleischgerichte, Braten, Wild

2016er Spätburgunder Rotwein trocken „STEIN Magmatit“
Weingut Abril, Bischoffingen

2015er Spätburgunder Rotwein trocken im Holzfass gereift
Weingut Rieger, Buggingen – Betberg

2015er Merlot trocken Barrique
Weingut Schäfer – Heinrich, Heilbronn

2013er Spätburgunder Rotwein trocken Barrique Edition SL
Weingut Schaffner, Bötzingen

Edelsüsse Weine
Dessert, Süßspeisen, Käse

2017er Gewürztraminer Auslese ZEIT
Weingut Abril, Bischoffingen

Sonderkategorie Pilzwiderstandsfähige Rebsorten

2017er Johanniter Kabinett trocken
Weingut Feuerstein, Heitersheim

2017er Cabernet Blanc trocken
Weingärtner Stromberg – Zabergäu, Brackenheim

2017er Regent Rotwein trocken
Weingut Ruesch, Buggingen

2016er Rotwein Cuvee trocken Kaiserblick „R“
Weingut Heid, Fellbach

2015er Cabernet Carbon Barrique trocken
Weingut Feuerstein, Heitersheim

Eine unabhängige Jury aus Fachleuten der Weinwirtschaft, Fachhändlern, Gastronomen und Weinfachjournalisten hat am 26. April 2018 in Ihringen – Blankenhornsberg über 250 württembergische und badische Weine aus biologischem Anbau verkostet und die Auswahl der Besten Bioweine Baden Württemberg des Jahres 2018 getroffen.

Die Besten Bioweine Baden-Württemberg wurden nach ihrer Eignung zur Begleitung eines Menüs kategorisiert und entsprechend bewertet. Die jeweiligen Empfehlungen sind mit aufgeführt. Außerdem wurden Sonderpreise für Weine neuer pilzwiderstandsfähiger Rebsorten vergeben.

ECOVIN.Jungwinzertagung 2018

80 begeisterte Jungwinzerinnen und Jungwinzer darunter auch Teilnehmer aus Baden, waren auf der 4. ECOVIN.Jungwinzertagung. Das berichtet der ECOVIN-Bundesverband jetzt in einer Pressemitteilung und bewertet die Premiere in der Pfalz als Erfolg.

Die ECOVIN.Jungwinzertagung ist für und von JungwinzerInnen entwickelt. Die ehrenamtlich arbeitende Vorbereitungsgruppe wählte in diesem Jahr das Motto Divers.Dynamisch.Digital.

Themen waren zum Beispiel: Was ist Qualität und gibt es qualitative Unterschiede zwischen biologischen/biologisch-dynamischen und konventionellen Weinen mit Dr. Jürgen Fritz von der Universität Kassel Witzenhausen. Andreas Schumann vom Weingut Odinstal berichtete zum Beispiel von seiner Herangehensweise an das Thema biodynamischer Weinbau und seinen Erfahrungen aus der Praxis. Forschungsergebnisse bereiteten Nina Weis (Demeter) und Mathias Scheidweiler (Hochschule Geisenheim) auf. Im Workshop mit Dr. Jürgen Fritz wurden biologisch-dynamische Präparate gerührt. Weitere Infos zum Programm gibt es hier.

Das Fazit der 4. ECOVIN.Jungwinzertagung ist positiv. Aus Sicht der Veranstalter hat sich die ECOVIN.Jungwinzertagung für die jungen Winzer und Winzerinnen als Institution etabliert, eine Fortsetzung 2019 ist vorgesehen.

 

Große Bühnen für Biowein-Genuss: die Termine 2018

Die Biowinzer des ECOVIN-Regionalverbands Baden präsentieren sich auch 2018 in einer großen Bandbreite: Sie vertreten auf den großen Bühnen der weltweit interessanten Fachmessen. Und sie haben mit der Weinparty auch einen zwanglosen Rahmen gefunden, der den Verbrauchern einen eher lustbetonten Zugang zum Thema Wein bieten soll. Höhepunkt wird 2018 ein weiteres Mal die Vorstellung der Besten Bioweine Baden-Württemberg sein.

[Dauerhaft finden Sie die Termine hier in unserer Jahresübersicht]

Die junge Generation der Biowinzer in Baden hat das Ruder übernommen. Mit der Weinparty #haidenspass präsentierten sie im Vorjahr die Sieger der landesweiten Biowein-Prämierung zwanglos und emotional. Das Genießen, die lockere Atmosphäre mit einem DJ und Raum zum Tanzen sprach denn auch wie gewünscht das jüngere Publikum an.

„Für die Betriebs-Nachfolger, die nächste Generation der Biowinzer, spielt auch der Spassfaktor eine Rolle”, berichtet Paulin Köpfer. Der Vorsitzende des Regionalverbands Baden hatte seit 1992 die ECOVIN Präsentation im Historischen Kaufhaus in Freiburg organisiert. „Die Jungen übernehmen jetzt Verantwortung”, berichtet er. Und sie ziehen auch das jüngere Publikum in ihren Bann, das zur früheren, manchmal steif wirkenden Tischpräsentation und Verkostung der Bioweine vielleicht keinen so guten Zugang fand.

Die Vorstellung der Besten Bioweine Baden-Württemberg erfolgt am 19. Mai 2018 mit der Sieger-Weinparty im Restaurant „Feinhaid” im Solar Campus Freiburg (Munzinger Str. 10). Für den Eintritt können insgesamt 50 Bio-Weine in lockerer Atmosphäre probiert werden – mit Musik von einem DJ und leckeren Kleinigkeiten.

Die Termine 2018 im Überblick:

Die ECOVIN Sieger-Weinparty am 19. Mai 2018 im Restaurant Feinhaid mit der Vorstellung der Besten Bioweine Baden-Württemberg 2018 steht im Mittelpunkt der Veranstaltungen. Die Siegerweine werden landes- und verbandsübergreifend prämiert. Die Biowinzer kommen aus Betrieben, die bei Ecovin und Demeter, Bioland oder Naturland in Baden und Württemberg organisiert sind. Auf http://www.biobest-suedwest.de finden sich ab dem 19. Mai alle Siegerweine und weiterführende Informationen. Einen weiteren regionalen Auftritt bietet die Teilnahme am Müllheimer Weinmarkt (27. April).

Die große Bühne finden die badischen ECOVIN-Winzer bei den großen Fachmessen. Sie präsentieren sich auf der weltgrößten Biomesse, der BioFach in Nürnberg vom 14. bis 17. Februar , der Hauptmesse im Biobereich. Auch auf der französischen Millesime Bio in Montpellier, der weltweit größten Biowein-Messe, sind die badischen ECOVIN-Weine vom 29. bis 31. Januar vertreten. Wichtig für den nationalen und internationalen Auftritt der Biowinzer ist auch die ProWein in Düsseldorf (18. bis 20. März). Hier sorgt eine gebündelte Präsenz aller Bio-Anbieter für einen starken Eindruck beim Fachpublikum.

Überregional einen guten Ruf genießen die Fortbildungen für biologisch und konventionell arbeitende Winzer-Kollegen. Nach dem jährlichen Einführungskurs für den ökologischen Weinbau, der bereits vom 8. – 12. Januar 2018 ausgerichtet wurde, ist das Fachseminar Bioweinbau und Qualität vom 3. bis 6. März im Bildungshaus Kloster St. Ulrich ein weiterer Treffpunkt für alle, die sich für biologische und biodynamischen Arbeitsweisen interessieren. Das ECOVIN Weinbaufachtreffen im Juli ist Mitgliedern vorbehalten.

8. – 12. Januar 2018: Einführungskurs ökologischer Weinbau, St. Ulrich

14.-17. Februar 2018: BIO-FACH-Messe, Nürnberg

3.-6. März 2018: Fachseminar Bioweinbau und Qualität, St.Ulrich

18.-20. März 2018: PRO WEIN, Düsseldorf

27. April 2018: Müllheimer Weinmarkt

19. Mai 2018: ECOVIN Sieger-Weinparty – Vorstellung der Besten Bioweine Baden-Württemberg 2018, Restaurant Feinhaid im Solar Campus Freiburg, Munzinger Str. 10

20. Juli 2018: ECOVIN Weinbaufachtreffen

Termine 2017 und 2018

Plaza Culinaria

An der Genuss-Messe Plaza Culinaria, die vom 10 bis 12. November 2017 auf dem Freiburger Messegelände stattfindet, sind auch wieder badische ECOVIN-Betriebe beteiligt. Ihre Bioweine und Sekte präsentieren dort das Ökologische Weingut Hubert Lay, das Weingut Ludwig Mißbach, das Staatsweingut Freiburg und das Weingut Abril.

Vorschau 2018

Die Weinparty #heidenspass, die 2017 ihre Premiere feierte, wird auch auch 2018 wieder stattfinden. Der Termin dafür, an dem auch die Sieger der Besten Bioweine Baden-Württemberg 2018 bekannt gegeben werden, ist der 19. Mai 2018.

Kupfer- und Phosphonat-Problematik im Bioweinbau

Unverändert ist nach Auskunft des ECOVIN-Baden-Vorsitzenden Paulin Kupfer die Situation der ECOVIN-Erzeuger nach dem Verbot des Pflanzenbehandlungsmittels Kaliumphosphonat. Damit fehlt den Biowinzern eine wichtige Stütze zur Existenzsicherung. Im Kampf gegen Peronospora (falscher Mehltau) hatten sie bislang auf dieses bisherige Pflanzenstärkungsmittel gesetzt und auf Kupfer. Allerdings steht in Deutschland auch die in manchen Situationen erforderliche Erhöhung der erlaubten Kupfermengen nicht in Aussicht.

Nach einem Besuch von Peter Bleser, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft im August wird nun im November ein weiteres Mal über dieses Thema in Berlin diskutiert werden. Allerdings zeichnet sich bislang nach Köpfers Worten keine Lösung ab.

Solange es die ECOVIN-Betriebe schaffen, mit den von der EU vorgegebenen Grenzen klarzukommen, werde es auf Verbandsseite auch keine Konsequenzen geben. Aber: „Nach der jetzigen Gesetzeslage rauschen wir bei einer weiteren akuten und existenziellen Bedrohung durch Peronospora mit Volldampf in die Krise”, so Köpfer.

Geringere Mengen als 2016, gute Qualitäten

Aufatmen und Zufriedenheit bei den badischen ECOVIN-Erzeugern – Trotz Verlusten nach den Frostschäden im April ein gutes Herbst-Ergebnis

Freiburg. Der Frost in den letzten Tagen des April war ein Schock für alle badischen ECOVIN-Winzer. Umso größer ist jetzt nach Abschluss der Weinlese 2017 die Freude über einen zwar mengenmäßig beeinträchtigten, qualitativ aber ausgezeichneten Herbst. 

„Was weg ist, ist weg.” So lapidar lässt sich zusammenfassen, was die geschockten Biowinzer bereits nach den Nächten des 20. und 21. April feststellten. Die erfrorenen Triebe sind nicht nachgewachsen, berichtet Paulin Köpfer. Doch auch wenn der Verlust nicht ausgeglichen werden kann und zum Beispiel im mittleren Markgräflerland bis zu 50 Prozent beträgt, so brachte der restliche Vegetationsverlauf keine negativen Überraschungen mehr.

Im Gegenteil: „Wir haben eine außergewöhnliche frühe Lese erlebt”, berichtet Köpfer. Der Vorsitzende von ECOVIN Baden und Betriebsleiter des Heitersheimer Weingutes Zähringer verzeichnete kaum irgendwo weitere Beeinträchtigungen. Das warme und sonnige Wetter bescherte den Biowinzern eine Weinlese, die bereits Ende August begann und gegen Ende September abgeschlossen war – drei Wochen früher als in vielen anderen Jahren. Schon früh verzeichneten die Biowinzer hohe Oechslegrade. Dies bedeutete, dass für leichte Weine mit moderatem Alkohol eine rechtzeitige Lese erforderlich war.

„Über ganz Baden gesehen”, so berichtet Köpfer, „liegen wir nur leicht unter dem langjährigen Betriebsdurchschnitt.” Dies sei natürlich auch dem niedrigeren Ertragsniveau auf Bioflächen geschuldet. Von Frostschäden betroffen ist vor allem der Gutedel. Und mit dem Schwerpunktgebiet mittleres Markgräflerland traf der Frost auch ausgerechnet dasjenige Gebiet, in dem der Anteil der biologisch bewirtschafteten Rebflächen in Baden am höchsten ist. Weniger betroffen sind die Burgundersorten.

Vom Kaiserstuhl, so Köpfer, werde ein ausgezeichneter Herbst berichtet. Hier liege liege das Ergebnis sogar teilweise über den Durchschnitts-Werten der Vorjahre. Die Zuckergehalte bzw. Reifegradationen waren sehr gut. Die Riesling-Lese am Kaiserstuhl  bezeichnet  Köpfer als „überragend nach Menge und Qualität.” Als ertragsstabil haben sich besonders die Reben der pilzwiderstandsfähigen Rebsorten (Piwi) erwiesen.

Mit den hohen Qualitäten angemessenen Preisanpassungen ist durchaus zu rechnen, meint Köpfer. Frühestens im nächsten Sommer könne es Engpässe bei den badischen Bioweinen geben, falls ein Ausgleich durch die Weine des Jahrgangs 2016 nicht mehr möglich sein sollte. Die durch den Frost existenziell betroffenen Biowinzer können auf Frosthilfe vom Land Baden-Württemberg hoffen und eventuell auf Finanzierungshilfen für finanzielle Ausfälle – die freilich aber nur als Kredite vergeben werden.

Qualitativ wird der Jahrgang nach Köpfers Ansicht auch in Frostgebieten sehr spannend: Die eher kühlere Entwicklung ließ die Zuckergehalte nicht weiter nach oben schnellen und führte auch zu sehr stabilen, positiven Säurewerten. Gleichzeitig konnten die feinen und zarten Aromen in dieser Reifephase sich sehr gut entwickeln. Erwartet werden deswegen von den Biowinzern außergewöhnlich fruchtige und gleichzeitig sehr gut balancierte, harmonische Weine bei mässigen Alkoholwerten.

EcoWinner 2017:die besten Bioweine Deutschlands

Ecowinner 2017

Ecowinner 2017

Bei der 21. Auflage der EcoWinner-Verkostung waren erstmals nicht nur die Gewächse der ECOVIN Mitglieder zugelassen, sondern die Weine aller deutschen Bioweinerzeuger. Neben den Gewächsen von den ECOVIN-, Demeter-, Bioland- und Naturland-Betrieben waren auch einige Weine von Erzeugern vertreten, die keinem Bio-Verband angeschlossen sind. Darunter auch VDP-Betriebe (Verband der deutschen Prädikatsweingüter), die ECOVIN als FördermitgliederPlus unterstützen. Viele der Demeterwinzer sind aufgrund der engen Kooperation mit ECOVIN Doppelmitglieder in beiden Verbänden. Insgesamt, so betont der ECOVIN Bundesverband in seiner Pressemitteilung, seien das immerhin etwa 7,5 Prozent der deutschen Rebfläche.

Die Zahl der angestellten Weine stieg auf  620. Jurymitglieder verkosteten und bewerteten die Weine. Am Ende wurden 147 Weine prämiert, weniger als ein Viertel der angestellten Gewächse. Auf die weitere Differenzierung der Siegerweine verzichtet der Veranstalter ECOVIN ganz bewusst, „da zweite und dritte Plätze nicht wirklich wahrgenommen werden“, so Geschäftsführer Ralph Dejas.

Eine Besonderheit bei der EcoWinner Prämierung ist die Kategorie der Weine aus pilzwiderstandsfähigen Rebsorten (PIWI). Noch sind die abwehrstarken Rebsorten bei den meisten Verbrauchern weitgehend unbekannt.

Auf der Webseite www.ecowinner.de sind die prämierten Weine 2017 aufgeführt.

Thomas Harteneck ist Teil des neuen Praktiker-Netzwerkes

Thomas Harteneck

Thomas Harteneck

Thomas Harteneck hat als Biowinzer an der Auftaktveranstaltung im Bundeslandwirtschaftsministerium teilgenommen. Ins Leben gerufen hat dieses Netzwerk das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Praktiker aus Landwirtschaft, Gartenbau, Forstwirtschaft und Fischerei sowie der landwirtschaftlichen Beratung sollen hier die Gelegenheit erhalten, zu ausgewählten aktuellen Fragen ihre Anregungen für eine praxisnahe Rechtsetzung einzubringen.

In der Auftaktveranstaltung hat sich das Praktikernetzwerk mit den Themen Tierhaltung und Pflanzenbau der Zukunft, Lebensmittelwertschätzung und Digitalisierung in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigt. Das geht aus der Pressemitteilung des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft hervor. Thomas Harteneck ist seit 1997 ECOVIN- und Demeter-Winzer im badischen Schliengen und soll seine Erfahrungen zum Thema „Lebensmittel wertschätzen“ beitrug.

In der gemeinsamen Diskussion kamen die Praktiker zu dem Ergebnis, dass die Wertschätzung für Landwirtschaft und Lebensmittel gefördert werden soll sowie die verpflichtende Herkunftsbezeichnung von letzterem. Darüber hinaus diskutierten die geladenen Gäste über die offensivere Darstellung der hohen deutschen Standards durch Politik und Medien, die Förderung von Ernährungsbildung, wie auch die Bekämpfung von Lebensmittelverschwendung. Thomas Harteneck zieht eine positive Bilanz und freut sich auf weitere Treffen und einen regen Austausch um die Politik richtungsweisend zu unterstützen.

Mit dem Praktikernetzwerk des BMEL wird ein wichtiges Anliegen aus dem Grünbuch „Landwirtschaft, Ernährung, Ländliche Räume“ umgesetzt. Es ist eine neue Form der Mitwirkung fachkundiger Berufsvertreter an Entscheidungsprozessen Bundeslandwirtschaftsministeriums, die darauf abzielt, die Praxistauglichkeit rechtlicher Regelungen zu verbessern und Bürokratie abzubauen.

Das Wein- und Sektgut Harteneck trägt darüber hinaus auch im Alltag als Demonstrationsbetrieb Ökologischer Landbau zur Vermittlung von landwirtschaftlichem Wissen bei. Er ist einer von 240 vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ausgewählten Betrieben.