ECOVIN-Winzer zufrieden mit der BioFach-Messe

Auf der Fachmesse Biofach in Nürnberg präsentierte sich auch ECOVIN und der Regionalverband Baden. Mehr als 50.000 Menschen besuchten laut der ECOVIN-Pressemitteilung aus Oppenheim in diesem Jahr die Messen Biofach und Vivaness (eine Messe für Naturkosmetik, welche parallel stattfand).

ECOVIN war mit 12 Weingütern und Weinen von mehr als 300 Winzern vertreten.  Bei der Veranstaltung „Demeter im Dialog“ wurde der biodynamische Weinbau näher beleuchtet. Nina Weis vom Demeter e.V. war hier im Gespräch mit Hartmut Heinz (Weingut im Zwölberich) und Paulin Köpfer, dem Vorsitzenden von ECOVIN Baden und Betriebsleiter im Heitersheimer ECOVIN-Weingut Zähringer.

Auch das Thema Pflanzenschutz, das auf dieser Website ebenfalls schon beleuchtet wurde, war Thema einer eigenen Veranstaltung. Die Fachwelt informierte sich in einer Diskussionsrunde mit Beteiligung von Peter Riegel (Riegel Bioweine), Georg Forster (ECOVIN Weingut Georg Forster), Dr. Uwe Hofmann (Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten), Dietmar Johnen (Bündnis90/Die Grünen) und Ralph Dejas (ECOVIN) über die Problematik von zugelassenen Kupfermengen uund dem lange Zeit von Biowinzern verwendeten Spritzmittel Kaliumphosphonat.

Andere Länder wie Frankreich oder Italien dürfen die maximale Kupfermenge ausnutzen. Ihnen steht ein sogenanntes Kupferkonto zu Verfügung. „Sollte es auf europäischer Ebene vorerst keine Zulassung von KP geben, muss eine Pflanzenschutzstrategie nach französischem Vorbild auch in Deutschland eingeführt werden. Alles andere schafft nur Missmut in der Branche“ kommentiert Ralph Dejas die Situation.

ECOVIN auf der BIOFACH 2017

Mit 12 Weingüter ist ECOVIN auf der diesjährigen Fachmesse BioFach vom 15. bis 18. Februar 2017 in Nürnberg vertreten. In der Halle 7 Stand 841 präsentiert sich als einziger Betrieb aus Baden das Weingut Zähringer. Die Messe ist nur dem Fachpublikum zugänglich.

Mit neuem Konzept auf Interessenten zugehen

ECOVIN-Baden mit den Veranstaltungen 2017 auf neuen Wegen

Im ECOVIN-Regionalverband Baden will man auch 2017 den Weg fortsetzen, den die nächste Generation junger Winzer schon 2016 eingeschlagen hat. Der direkte Zugang zum Thema Biowein soll Verbraucher auf genussvolle Weise an das Thema heranführen und schließlich auch bei einem jüngeren Publikum mehr Interesse wecken. Ergänzend runden Messeteilnahmen das Präsentationsprogramm der Biowinzer ab.

Sie finden die detaillierte Liste der Termine 2017 hier: http://www.ecovin-baden.de/jahresuebersicht/

Schon bei der traditionellen Präsentation 2016 im Historischen Kaufhaus hatte sich die Handschrift der nächsten Generation durchgesetzt. Mit abschließenden Treff im Innenhof mit Musik und Leckereien wollten jungen Winzer 2016 eine Ergänzung schaffen zur Tischpräsentation der Bioweine.

Jetzt soll bei der Vorstellung der Besten Bioweine Baden-Württemberg am 20. Mai 2017 eine ECOVIN Sieger-Weinparty den passenden Rahmen für Genuss und Unterhaltung bieten. Im Restaurant „Feinhaid” im Solar Campus Freiburg (Munzinger Str. 10) werden die Siegerweine und weitere ausgewählte Bioweine vorgestellt werden. Für den Eintritt von 20 € können Besucher insgesamt 50 Bio-Weine ab 20 Uhr in lockerer Atmosphäre mit Musik von DJ Titus genießen. Auf Wunsch gibts dazu  leckere Kleinigkeiten.

Der Vorsitzende von ECOVIN Baden, Paulin Köpfer, freut sich, dass man trotz der Neuerungen dem Konzept treu geblieben ist: „Der Genuss steht im Vordergrund. Wir präsentieren uns recht zentral in der Breisgau-Metropole und sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln umweltfreundlich erreichbar.” Für ihn hat das einen umso höheren Stellenwert, als die Vorstellung der Besten Bioweine Baden-Württemberg in diesem Jahr auch für 25 Jahre ECOVIN-Präsentation in Freiburg steht.

Festgehalten hat man im Jahresprogramm 2017 auch an dem bewährten Mix aus überregionalen Fach- und regionalen Publikumsveranstaltungen.

Die Termine 2017 im Überblick:

Im Mittelpunkt steht die ECOVIN Sieger-Weinparty am 20. Mai 2017 im Restaurant Feinhaid mit der Vorstellung der Besten Bioweine Baden-Württemberg 2017. Sie werden landes- und verbandsübergreifend prämiert und bieten die einmalige Chance, die besten Bioweine von Ecovin und Demeter, Bioland und Naturland aus Baden und Württemberg zu verkosten. Auf http://www.biobest-suedwest.de finden sich ab dem 20. Mai alle Siegerweine und weiterführende Informationen.

Auf gute Resonanz stoßen badische Biowinzer stets bei regionalen Veranstaltungen in Baden. Sie präsentieren sich in diesem Jahr beim Müllheimer Weinmarkt (28. April), der Badischen Weinmesse in Offenburg (6. und 7. Mai) und der Plaza Culinaria (10. bis 12. November in Freiburg).

Auch der große Auftritt vor internationalem Fach-Publikum ist unabdingbar: ECOVIN-Winzer präsentieren sich der Fachwelt auf der BioFach in Nürnberg vom 15. bis 18. Februar und auf der ProWein in Düsseldorf (19. bis 21. März)

Eine große Anhängerschaft verzeichnen die Fortbildungen für Winzer-Kollegen, ob sie nun bereits zertifiziert biologisch arbeiten oder sich nur für die Methodik und Ergebnisse interessieren. Nach dem jährlichen Einführungskurs für den ökologischen Weinbau (9. – 15. Januar 2017) folgt das ebenfalls jährliche Fachseminar Bioweinbau und Qualität (6. bis 8. März) im Bildungshaus Kloster St. Ulrich. Beide Veranstaltungen behandeln auch Themen des biodynamischen Anbaus. Das ECOVIN Weinbaufachtreffen ist dagegen ein Angebot ausschließlich für Mitglieder.

Sie finden die detaillierte Liste der Termine 2017 hier: http://www.ecovin-baden.de/jahresuebersicht/

Weinwissen: Zucker

Wieviel Zucker ist in Sekt brut oder extra trocken? Das ist eine der Standardfragen für Verbraucher, die vor den Sektflaschen stehen und die Auswahl begutachten. Ist extra trocken nun trockener als brut?

Nachschalgen kann man ja meist im Weingut oder Supermarkt nicht. Aber anhand der Daten auf bestebioweine.de kann man sich ja ein paar Schwellen einprägen: Bei uns werden je nach Süße sieben verschiedene Geschmacksrichtungen man beim Sekt unterschieden, das reicht von brut nature bis mild (die meisten verwenden die französische Bezeichnung doux).

Hier gehts zur Tabelle: Wieviel Zucker ist in Sekt brut oder extra trocken?

 

Badischer Ökoweinbau im Fokus

Kilian Schneider, Präsident des Badischen Weinbauverbands, zog in dieser Woche Bilanz über den Weinbau 2016: Der Weinbau gehörte 2016 zu den Gewinnern, berichtete er in Freiburg. Allerdings ging der Weinbaupräsident auch auf die Sorgen der Biowinzer ein. Der ökologische Weinbau habe „ein äußerst bescheidenes Jahr erwischt“.

Die Ernte sei hier um 30 Prozent schlechter ausgefallen als im Vorjahr, bei einigen Betrieben habe es sogar einen Totalausfall gegeben. Schneider führte auch die Ursachen dafür auf: Biowinzer dürfen zur Bekämpfung des Falschen Mehltaus nur noch Kupfer einsetzen. Gerade diese Pilzkrankheit hatte im vergangenen große Probleme bereitet.

Das EU-Verbot eines phosphathaltigen Mittels, das speziell für den Ökoweinbau und die Bekämpfung des Falschen Mehltaus entwickelt worden war, machte den Biowinzern schwer zu schaffen. Zumal auch der Einsatz von Kupfer begrenzt ist.

Schneider ging auch auf Überlegungen  in Brüssel ein, auch Kupfer zu verbieten. Der Einsatz des Weinbauverbands, der Ökoweinbauverbände und der Landesregierung sei bislang erfolglos geblieben. Alle Beteiligten hoffen jetzt, am Dienstag, 31. Januar, die EU-Kommission mit einem neuen Gutachten zu überzeugen.

Unterstützung zeichnet sich auch bei der Landesregierung ab. Das baden-württembergische Landwirtschaftsministerium wird in der regionalen Presse so zitiert, dass es Ziel sei, die wachsenden Bio-Märkte verstärkt aus Baden-Württemberg zu bedienen.

Landwirtschaft der Zukunft – Kongress im ECOVIN-Weingut Linder

Von der Kirschessigfliege bis zum Schaf – Tiere in der Landwirtschaft

Am Samstag, 21. Januar findet ab 9 Uhr im Winzerhof Linder in Endingen der 2. Kongress Landwirtschaft in der Zukunft” statt.
Anmeldung erforderlich. 07642 5525 oder ronald@winzerhof-linder.de
Tagesbeitrag mit vegetarischem Essen – 30€

Programm:
ab 9.00 Uhr Zusammenkommen
9.30 Uhr „Zum Verhältnis von Mensch und Tier in der Landwirtschaft.“ Ronald Linder, Winzer
11.00 Uhr „Wesensgemässe Hühnerhaltung in Weinberg und Obstbau“, Harald Wedig, Permakultur-Designer
13.00 Uhr Mittagspause mit Essen
14.00 Uhr „Summ Summ BUMM! – Die Bedrohung der Biene durch die industrialisierte Landwirtschaft.“, Konrad Czapiewski, Berufsimker
15.30 Uhr „Raus aus der Monokultur rein in die Permakultur – Schafe im Weinberg!“, Ronald Linder, Winzer
17.00 Uhr „Was kreucht und fleucht im Weinberg: Wilde Tiere im Weinberg und ihre Bedeutung für die Bewirtschaftung“, Matthias Hollerbach, Regionalmanager PLENUM
18.00 Uhr Abschlussrunde

Die sehr gute Resonanz des letzten Jahres hat den Biowinzer Ronald Linder ermuntert mit seinem Kongress in die zweite Runde zu gehen. Linder selbst eröffnet den Kongress am 21. Januar um 9.30 Uhr mit seinem Vortrag: „Zum Verhältnis von Mensch und Tier in der Landwirtschaft.“ Darin betrachtet er die Beziehung zum Tier wesenhaft, zeigt auf, dass sich der Mensch im Gegensatz zum Tier von der Welt emanzipiert hat, was ihn zum vollumfänglich verantwortlich Handelnden macht.

Der Kongress endet mit einer Abschlussdiskussion um 18 Uhr.
Die Teilnahmegebühr inklusive vegetarischem Mittagessen beläuft sich auf 30€. Neben den Referentenhonoraren setzt Linder das Geld im Sinne des Kongresses für die Öffentlichkeitsarbeit ein. Damit handelt es sich um eine Non-Profit Veranstaltung, was dem Veranstalter sehr am Herzen liegt.

ECOVIN-Einführungskurs in den biologischen Weinbau

Derzeit (vom 9. bis 13. Januar 2017) findet mit über 20 Teilnehmern der ECOVIN-Einführungskurs Ökologischer Weinbau in St.Ulrich statt. Die Veranstaltung erfolgt in Kooperation mit dem Beratungsdienst ökologischer Weinbau und dem Bildungshaus St. Ulrich.

Schwerpunkte sind die Themen Bodenpflege, Begrünung, Düngung, Pflanzengesundheit, Pflanzenschutz und die Umstellungsplanung. Aufgrund der großen Nachfrage wurde dieses Seminar um die Thematik „biodynamischer Weinbau“ erweitert. Hierbei wird es um die grundlegenden Kenntnisse der biodynamischen Wirtschaftsweise und um die Anwendung von biodynamischen Präparaten und Tees gehen.

Der Leiter der Bildungseinrichtung, Bernhard Nägele, begleitet seit 25 Jahren in Folge dieses Seminar. Die Fortbildung wird bereits seit 1989 regelmässig im Januar in den alten Klostereinrichtungen in St. Ulrich von ECOVIN angeboten.

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch

Frohe Weihnachten

Frohe Weihnachten

Wir wünschen allen ein friedvolles Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Die Weinberge sind in der Winterruhe, auch die Biowinzer in Baden haben ein aufregendes Jahr hinter sich.

Hier wird es über die Feiertage etwas ruhiger, im Januar 2017 sind wir mit neuen Infos wieder für Sie da.

Einführungskurs biologischer Weinbau vom 9. bis 13. Januar 2017

Vom 9. bis 13. Januar 2017 veranstaltet ECOVIN in Zusammenarbeit mit dem Beratungsdienst für ökologischen Weinbau und dem Bildungshaus Kloster St. Ulrich, Landvolkshochschule einen Einführungskurs biologischer Weinbau.

Schwerpunkte sind die Themen Bodenpflege, Begrünung, Düngung, Pflanzengesundheit, Pflanzenschutz und die Umstellungsplanung. Aufgrund der großen Nachfrage wurde dieses Seminar um die Thematik „biodynamischer Weinbau“ erweitert. Hierbei wird es um die grundlegenden Kenntnisse der biodynamischen Wirtschaftsweise und um die Anwendung von biodynamischen Präparaten und Tees gehen.

Das detaillierte Programm für die Kurswoche sowie Informationen zur Anreise, Anmeldedaten und Preis können Sie hier als PDF herunterladen.

Ohne Kaliumphosphonat fürchten die Biowinzer 2017 um ihre Existenz

„Unterstützung ohne Konsequenzen” – ECOVIN-Erzeuger sehen sich im Regelwerk gefangen – mit dem Rücken zur Wand

Freiburg. Eine geradezu paradoxe Situation der Biowinzer beklagt der ECOVIN-Baden-Vorsitzende Paulin Köpfer, nach dem „katastrophalen” Sommer: Noch nie war die Unterstützung für ein Anliegen der Biowinzer so breit und einhellig gewesen, berichtet er, aber wir kommen trotzdem keinen Schritt weiter.”

Die anhaltende Nässe dieses Sommers und die rasche Ausbreitung der Pilzkrankheiten hatte die Biowinzer in diesem Jahr an die Grenze ihrer Belastungsfähigkeit gebracht. Nach dem Verbot des Pflanzenbehandlungsmittels Kaliumphosphonat fehlte den Biowinzern eine wichtige Stütze zur Existenzsicherung. Im Kampf gegen Peronospora (falscher Mehltau) hatten sie bislang auf dieses bisherige Pflanzenstärkungsmittel gesetzt und auf Kupfer.
Für die Anwendung von Kupfer wurde zwar in diesem Ausnahmejahr die Mengenbegrenzung auf vier statt drei Kilo je Hektar erhöht. Aber das reichte in den meisten Fällen nicht aus: Nach jeder der zahlreichen Niederschlagsperioden nahm der Traubenbefall vor den Augen der Biowinzer zu.

Die Unterstützung für das Anliegen der Biowinzer ist so einhellig wie selten zuvor. Bei Gesprächen in Brüssel mit dem zuständigen Direktor Diego Canga Fano vom EU-Kommissariat für Landwirtschaft vertrat nicht nur Peter Hauk, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, die Forderungen nach einer Zulassung von Kaliumphosphonaten im Bioweinbau. Teilnehmer aus Deutschland, Österreich, Luxembourg und Tschechien betonten ebenso die Notwendigkeit dieses Schritts. Neben allen deutschen ökologischen Anbauverbänden sprachen sich Vertreter des Deutschen und Badischen Weinbandes dafür aus. Auch der Bund Ökologischer Lebensmittelwirtschaft BÖLW forderte stellvertretend für die gesamte Bio-Branche die Wiederzulassung des Mittels für die Biowinzer.

Einziges Ergebnis der Gespräche, so Paulin Köpfer, sei das Angebot einer wissenschaftlichen Tagung Anfang 2017 gewesen. Dort soll – ein weiteres Mal – die Wirksamkeit und Umweltverträglichkeit von Kaliumphosphonat diskutiert werden. Damit wird eine Zulassung des Mittels für die nächste Vege-tationsperiode Anfang Mai 2017 immer unwahrscheinlicher.

Als „kafkaesk” hat Paulin Köpfer jetzt die Situation in einem Mitgliederbrief beschrieben: Eine so starke Phalanx an Unterstützern gefunden zu haben sei ein unglaublicher Erfolg, schreibt er. Um so unverständlicher dagegen, dass damit nichts auszurichten sei. Am 25 Oktober traf er EU-Kommissar Oettinger zu einem Gespräch in Straßburg. Am 11. November sprach er mit Staatssekretär Peter Bleser vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Und am 16. November schließlich fand das Gespräch mit Direktor Fano von der EU-Kommission auf Initiative von Minister Peter Hauk statt.

Die Fronten scheinen klar: Deutsche Bundes- und Landesbehörden verweisen – trotz des Einsatzes mehrerer Abgeordneter für eine befristet höhere Kupfergrenze – auf die Drei-Kilo-Grenze und die Ausnahmeregelung für bis zu vier Kilogramm. Mehr sei aus Umweltgründen nicht drin, auch würden Verbraucher keinen erhöhten Kupfereinsatz wünschen. Dass die EU sechs Kilo Kupfer je Hektar gestattet und dies auch in Nachbarländern so praktiziert wird, spielt dabei keine Rolle. Die Kupfer-regelung wäre die schnellste und einfachste Methode, um 2017 für ähnliche Witterungsverhältnisse gerüstet zu sein.

Beim Kaliumphosphonat ist es die EU-Kommission in Brüssel, die jede Möglichkeit blockiert, das Mittel im Bioweinbau einsetzen – sei es auch nur regional oder in Notsituationen.

Kaliumphosphonat habe sich als für Mensch und Umwelt unbedenklich erwiesen, betont der ECOVIN-Bundesverband in einem Positionspapier. Mit der Einstufung als Pflanzenschutzmittel muss es jetzt vor einer möglichen Wieder-Zulassung für den Bioweinbau erst ein komplexes Listungsverfahren durchlaufen. Und das dauert.

Jahre wie 2016 stellen Biowinzer auf eine harte Probe: Existenzbedrohend sei die Situation nicht nur in Baden sondern in allen Anbaugebieten gewesen, so Köpfer. Für eine Anhebung der Kupfergrenze sieht der Bioweinbau-Experte keine Chance. Und an der Zulassung des Kaliumphosphonats durch die EU hätten zumindest die Südländer in der Gemeinschaft kein Interesse, ist sein Eindruck: Dort ist der Pilzdruck klimabedingt nicht so hoch wie in Deutschland.

Auch seine Erwartungen an die wissenschaftliche Tagung Anfang 2017 zum Thema Kalium-phosphonat sind nicht besonders hoch, nachdem das Mittel bereits über lange Jahre entwickelt und erforscht wurde. Ersatzmittel, die von Behördenseite vorgeschlagen werden, hätten sich in der Bioweinbau-Praxis als unzureichend erwiesen.

Katastrophal ist diese Situation nach Köpfers Ansicht aus zweierlei Gründen: Zum Einen werde es keine weitere Entwicklung im Bioweinbau geben, so lange sich diese Vorgaben nicht ändern. Nach der Erfolgsgeschichte des Bio-Anbaus wäre das ein harter Schlag, für die Verbände, aber auch für die Politik, die den Bio-Anbau fördert.

Zum anderen stünden die Biowinzer nach einer vergleichbaren Vegetationsperiode 2017 mit dem Rücken zur Wand. Die „Aussetzung” des Bioweinbaus in einem Jahr mit dem Durchlaufen der dreijährigen Umstellungsfrist zum Bioweinbau im Anschluss sei für die Biobetriebe keine praktikable Lösung.

Auf einer Klausurtagung des ECOVIN-Bundesverbands haben die Biowinzer deswegen jetzt nach einem neuen Umgang mit dem Mittel Kaliumphosphonat und der EU-Verordnung gesucht. Ein Ziel ist es, nach einem neuen, einem zweiten Standard zu suchen, der sich an die bisherige Bio-Klassifizierung der ECOVIN-Erzeuger anlehnt und dennoch die Verwendung von Kaliumphosphonat erlaubt: „Das wäre ein zweiter Level, zusätzlich zu unserem Bio-Standard”, berichtet Paulin Köpfer. „Wir dürften es nicht mehr „bio” nennen und wir müssten es dem Verbraucher sehr genau erklären”.

In schwierigen Jahren könnten Produkte mit diesem anderen Standard die Existenz der Biowinzer sichern. Und weil in diesem Jahr alle Weinbaugebiete von der Problematik betroffen waren, ist die Unterstützung für diese Pläne groß. „Wenn die EU-Standards nicht angepasst werden, kommen wir nur so aus dieser Notsituation heraus,” erklärt Köpfer.

Aus seiner Sicht lässt sich derzeit noch kein halbwegs realistisches Szenario für 2017 entwerfen: „Die bestehenden Regelungen verhindern eher den Bioweinbau”, urteilt er. Und der Verband könne den Biowinzern kaum helfen: Die wirtschaftliche Verantwortung trage schließlich jeder Erzeuger für seinen Betrieb selbst.