Neuer Biowein?

Nein, es sei an dieser Stelle gleich wieder Entwarnung gegeben: Zwar ist das Produkt, um das es jetzt geht sicher 100prozentig bio. Aber Wein ist es eben nicht, und darf auch nicht so heißen. Doch der Reihe nach.
Die Nachrichtenagenturen berichteten über den ersten Algenwein, mit erstaunlichen Ergebnissen. Am ausführlichsten berichtete sicher die Welt über diese Sache und wie es dazu kam:
Ein Faß mit Algenextrakt, der lang gelagert hatte und an den Sauerstoff gelangt war, duftete plötzlich nach Sherry und erinnerte aufgrund seiner samtbraunen Färbung an gereiften Wein. So lautet die fast schon märchenhafte, zufällige Geburtsstunde des Getränks.
Deutschlands erste kommerzielle Algenfarm im offenen Meer mit dem Namen “Ocean Wellness” wollte sich vor allem mit der Herstellung von Naturkosmetik aus Meeresalgen beschäftigen. Und so nebenbei erfand man den ersten Algenwein.
http://www.kn-online.de/news/archiv/?id=1904396
Auch die Netzeitung hat sich des Themas angenommen und berichtete:
Nach vier Wochen ist ein Wein entstanden mit einem Alkoholgehalt von rund 14 Prozent. In der geschwungenen Flasche leuchtet er schön golden, auf der Zunge schmeckt er würzig und frisch, im Abgang charakteristisch, fast wie Cidre. Salzig ist er nicht. In Maßen getrunken, handelt es sich um eine kleine Gesundheitsbombe, denn der Wein enthält reichlich Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Aber auch viel Jod. “Eine Halbliterflasche deckt den Jahresbedarf eines Erwachsenen”, betont Linke.
Doch so schnell wie der Algenwein in der Medienlandschaft auftauchte, so schnell wird er wieder verschwinden: Laut EU-Recht, so stellte das Kieler Ordnungsamt jetzt fest, dürfe sich nur Wein nennen, was aus Trauben gewonnen sei. Schade eigentlich, denn mit Algen aus unberührten Meeresgebieten hätte man so einen Biowein schaffen können, der eigentlich ein sehr reines Naturprodukt sein müsste.
Aber wir bleiben trotzdem skeptisch, denn geschmacklich können wir uns diesen “Weingenuß” noch nicht vorstellen. Auch wenn schon mehrere Spitzenrestaurants an der Förde und in Hamburg Interesse gezeigt haben. Da bleiben wir vorläufig doch lieber bei Spätburgunder und Co.
